Haut man Steine aufeinander, macht es klack (Ziegel), dnnng (Kiesel auf Gneis) oder gnög (Feuerstein auf Quarz). Ein spektakuläreres Klangereignis erlebt, wer sich am Fuß der Castillo-Pyramide im mexikanischen Chichen Itza als Steineklopfer versucht. Die steile Treppe wirft das Geräusch als Folge von ii-uu-Lauten zurück: Das Echo klingt wie das Getschirpe des Quetzals. Der heilige Vogel ruft auch zurück, wenn man einmal kräftig in die Hände klatscht.

So verwundert nicht, dass die Maya in gewissen Kreisen einen Ruf als geniale Sounddesigner genießen. Ihre Überlegenheit gegenüber Architekten in anderen Weltgegenden zeigt sich etwa darin, dass die Stufen hinunter zum Fluss Menik Ganga (Sri Lanka) nur Entengequake als Echo hervorbringen.

Der Akustiker Nico Declercq von der Universität Gent untersuchte nicht nur das Quetzal-Echo, sondern auch ein zweites Phänomen. Setzt man sich auf die unterste Stufe, und turnen Touristen auf der Pyramide herum, klingt das Klappern ihrer Schuhe wie Regentropfen, die in einen Eimer fallen. Eine Huldigung der Sounddesigner an den Regengott!

Declercqs Ergebnisse (J. Acoust. Soc. Am., Nr. 116, S. 3328) belegen, dass die Treppe als Akustikfilter wirkt, der Frequenzen betont, indem er andere unterdrückt. Aber der Forscher fand keinen einzigen Hinweis darauf, dass die Soundeffekte von den Architekten beabsichtigt waren. Das göttliche Phänomen: reiner Zufall. Wie immer.