Bordeaux. Bilbao. Bayern. Marseille? Da stimmt doch was nicht in der Fußballer-Vita von Bixente, dem Basken: Olympique Marseille! Vierzehn Spiele, drei gelbe Karten, Ersatzbank, so lautete dort die Bilanz von Bixente Lizarazu. Ein Grund für ihn, weiterzuziehen. Trotz Unmut über die nicht zustande gekommene Vertragsverlängerung in München sollen beim Abschied Tränen geflossen sein. Kaum sind diese getrocknet, da darf man Lizarazu schon wieder zurück begrüßen in seiner alten Heimat.Bayern ist zwar nicht das Baskenland, doch irgendwie zieht es ihn dorthin, den kleinen quirligen Franzosen aus dem baskischen Hendaye, einer beschaulichen Kleinstadt am Golf von Biskaya. Doch nicht am Atlantik, sondern an der Isar dribbelte und ackerte er sich in sieben Jahren zu einem der erfolgreichsten Fußballer, zum Champions League- und Weltpokalsieger. Ab und an flog er aus, um im Maillot Bleu Flanken auf die Köpfe französischer Nationalstürmer zu zirkeln, wurde Welt- und Europameister. Und er ohrfeigte Lothar Matthäus.Jetzt ist er zurück in der "Bayern-Familie", deren linke Abwehrseite durch Verletzung und den geplatzten vorzeitigen Wechsel Philipp Lahms vakant ist. Und in Marseille, da durfte er zuletzt nur noch zuschauen. Ein Anruf in der Säbener Straße genügte. Die Sache war klar für Uli Hoeneß, Bayern Manager und Mann der Tat. Lizarazus Qualitäten sind ihm bekannt, außerdem kostet der 35-Jährige nichts und ist sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League sofort spielberechtigt.Schon morgen wird er nach Dubai ins Trainingslager fliegen, wo er fit gemacht wird für die restlichen Saisonspiele, die seine letzten im bezahlten Fußball sein könnten. Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende, dann kommt definitiv Philipp Lahm, um in "Lizas" Spuren zu treten, die er auf den Außenbahnen der Fußballwiesen dieser Welt hinterlassen hat, besonders auf der im Olympiastadion zu München.