Trügerische Stille liegt in den ersten Januartagen 1945 über der Front zwischen Ostsee und Karpaten. Es ist die Ruhe vor jenem Sturm auf Deutschlands Osten, den die Rote Armee fast ein halbes Jahr lang vorbereitet hat. Dann, vom 12. Januar an, schlägt sie los: Nach stundenlangem Trommelfeuer, mit dem sie die im vorderen Frontbereich – auf Befehl Hitlers – konzentrierten deutschen Verbände zermürbt, bricht sie aus den Brückenköpfen an Weichsel und Narew heraus und erzwingt in wenigen Tagen weiträumige Durchbrüche.

Im Mittelabschnitt zertrümmern ihre Verbände die Heeresgruppe A und stehen Ende Januar an der Oder bei Küstrin, 60 Kilometer von Berlin entfernt. Gleichzeitig wird Oberschlesien erobert, das letzte noch intakte deutsche Industriegebiet. Ostpreußen ist am 26. Januar eingekesselt, als Stalins Truppen bei Tolkemit das Frische Haff erreichen. Drei Tage später schließt sich der Belagerungsring um Königsberg. Die Heeresgruppe Mitte wird hier in drei Kessel aufgespalten: der Heiligenbeiler Kessel, die "Festung" Königsberg und das Samland. Noch stehen deutsche Verbände in Pommern und Danzig-Westpreußen, aber alle wissen, dass es nur noch eine Frage von kurzer Zeit sein kann, bis die Rote Armee auch diese Gebiete erobert hat.

Die Apokalypse beginnt. Eine riesige Flüchtlingslawine setzt sich in Bewegung. Ende Januar 1945 sind es wohl an die fünf Millionen Menschen, die versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Behörden haben zwar für den Fall begrenzter sowjetischer Einbrüche Evakuierungspläne in der Schublade, aber die sind längst Makulatur. Zudem spielen Gauleiter wie Erich Koch in Ostpreußen Vabanque, rufen zum Durchhalten auf und halten die Räumungsbefehle zurück. Doch jetzt ist kein Halten mehr. Frauen und Kinder, alte Männer (die 16- bis 60-jährigen Männer werden in den Volkssturm gezwungen) lassen alles zurück und machen sich in Trecks auf den Weg in Richtung Westen.

Es ist ein eisiger Winter, nachts sinkt das Thermometer auf Minus 20 Grad. Abertausende, vor allem kleine Kinder und Alte, erfrieren. Oft werden die Trecks von Wehrmachtkolonnen brutal in die Straßengräben gedrängt und bleiben dort liegen. Um die militärische "Bewegungsfreiheit" zu sichern, kennt man keine Rücksicht. "Die Trecks müssen von den Straßen", heißt es in den Befehlen.

Diejenigen, die zurückbleiben oder gar nicht erst aus ihren Dörfern herausgekommen sind und jetzt von der Roten Armee eingeholt werden, erwartet Schreckliches: Die sowjetischen Soldaten erschießen, wer ihnen nicht passt, plündern, vergewaltigen, brennen ganze Orte wie zum Beispiel Allenstein und Neidenburg nieder. Sie rächen sich mit bestialischer Wut für all den Mord und Schrecken, den deutsche Soldaten vier Jahre lang über ihr Land gebracht haben, für einen Vernichtungskrieg ohne Beispiel in der neueren Geschichte Europas.

In Ostpreußen, wo die große Flucht am 20./21. Januar begonnen hatte, blieb nach der Einkesselung durch die Rote Armee nur noch der Weg Richtung Ostsee übrig. Fast hätte der Oberbefehlshaber der 4. Armee, General Friedrich Hoßbach, den Ostpreußen sogar alle Fluchtwege versperrt, als er mit seinen eingeschlossenen Verbänden nach Westen, Richtung Weichsel, durchbrechen wollte. "Die Zivilbevölkerung muss zurückbleiben. Das klingt grausam, ist aber nicht zu ändern", hatte er seinen Kommandeuren erklärt. Da Hitler ihn jedoch absetzte und der 4. Armee befahl, keinen Meter zurückzuweichen, blieb den Menschen die Chance zur Flucht.

Hitler als Retter? Eine absurde Vermutung. Nicht um die bedrohten Menschen ging es dem "Führer" und seinen Militärs mit ihren Durchhaltebefehlen, sondern um den Kampf auf "Sieg oder Untergang". "Das deutsche Volk durchlebt jetzt die Probe seiner Bewährung, und die muß es bestehen, wenn es nicht überhaupt sein nationales Dasein verlieren will" – so referiert Propagandaminister Joseph Goebbels in seinem Tagebuch (25. Januar) den Standpunkt Hitlers zur Flüchtlingskatastrophe.

Von sowjetischen Tieffliegern beschossen, fliehen die Menschen über das vereiste Frische Haff auf die vorgelagerte Landzunge, die Frische Nehrung, und von dort weiter über die schmale Nehrungstraße, der einzig verbliebenen Landverbindung nach Westen, in den Danziger Raum. Ein Teil zieht nach Pillau, dem 50 Kilometer von Königsberg entfernten Hafenstädtchen, in der Hoffnung, per Schiff herauszukommen. Da auch viele Königsberger hierher geflüchtet sind, bevor die Rote Armee ihre Stadt am 29. Januar gänzlich eingeschlossen hatte, drängen sich mit den 12.000 Einwohnern des Ortes Ende Januar hier Zehntausende. Auch im Danziger Raum herrscht schon das Chaos: Hunderttausende warten hier auf die rettenden Schiffe.

Nach dem Krieg erweckte der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Karl Dönitz (1891 bis 1980), gern den Eindruck, dass ihm persönlich zwei Millionen Menschen ihr Leben verdanken: "Die Rettung der Menschen aus den ostdeutschen Provinzen war vordringliches Anliegen im Frühjahr 1945." Träfe dies tatsächlich zu, dann hätte die Marine seit Januar 1945 diesem Ziel die gesamte Ostseekriegführung unterordnen müssen. Das Kriegstagebuch der Seekriegsleitung zeigt aber, dass der Großadmiral log. Denn er verschwieg eine folgenschwere Entscheidung, für die auch er die Verantwortung trug.

Am 22. Januar hatte der "Führer" nämlich Dönitz’ Vorschlag zugestimmt, die knappen Kohlereserven der Marine allein für militärische Aufgaben zu reservieren, nicht jedoch für den "Abtransport von Flüchtlingen". Ziel war es, alles dafür zu tun, damit die eingekesselten Truppen weiterkämpfen konnten. Dazu gehörte auch die "Kurlandarmee", die ehemalige Heeresgruppe Nord, die in Lettland durchhalten sollte – und dies bis zum 8. Mai auch tat. Vor allem aber wollte der Großadmiral die Kontrolle über die östliche Ostsee als Übungsgebiet für die neuen U-Boot-Typen sichern. Dönitz, nicht minder endsieggewiss als sein "Führer", glaubte, mit dieser Wunderwaffe noch die Wende im Seekrieg gegen den Westen erzwingen zu können.

So war die gesamte Ostseeschifffahrt im Frühjahr 1945 den militärischen Zielen untergeordnet: der Fortführung des Kampfes in den "Seebrückenköpfen" von Kurland, Ostpreußen und Danzig. Und Dönitz sorgte dafür, dass dieses Gemetzel und Massensterben weiterging. Unentwegt, bis Anfang Mai, schaffte die Kriegsmarine Munition und Nachschub in die schrumpfenden Kessel. Auf dem Rückweg nahmen die Schiffe über eine halbe Million Verwundete mit, schauerliches Indiz für die Brutalität der Kämpfe. Darüber hinaus transportierte die Marine bis in die letzten Wochen Waffen und Fahrzeuge, die im Stellungskrieg, dem "Kampf um jeden Meter", nicht mehr benötigt wurden, Richtung Westen ab. Und nur wenn Platz übrig war, nur dann, nahm man Flüchtlinge mit.

Auch zivile Schiffe blieben den wartenden Menschen zunehmend verwehrt. Der Hamburger Gauleiter und Reichskommissar für die Seeschifffahrt Karl Kaufmann erklärte dazu knapp, "dass die Anforderung der Heeresgruppe Nord an Nachschub- und Rückfuhrgut […] meine Ostseetonnage weitgehend beansprucht". Noch im Januar hatte das Marineoberkommando Ostsee große Hapag-Lloyd-Dampfer wie die Hamburg, die Deutschland und die Pretoria eingesetzt, um Flüchtlinge zu evakuieren. Dabei kam es immer wieder zu schrecklichen Tragödien. Am 30. Januar torpedierte ein sowjetisches U-Boot die Wilhelm Gustloff, einen Dampfer der NS-Reiseorganisation Kraft durch Freude; binnen Minuten versank das Schiff in der eisigen See. 5.000 Menschen riss es in den Tod, möglicherweise waren es noch viel mehr. Am 16. April traf die Goya das gleiche Schicksal, fast 6.000 Passagiere starben. Tausende ertranken auch beim Untergang der Karlsruhe , der General von Steuben, der Moltkefels und anderer Schiffe. Auf diese Weise kamen im Frühjahr 1945 wohl bis zu 20.000 Menschen in der Ostsee um.

Ein Teil der Evakuierten gelangte in die westlichen Ostseehäfen und ins deutsch besetzte Dänemark; die meisten schafften es aber gerade mal von Pillau nach Danzig und Gdingen (Gotenhafen). Von dort aus verlief der Weitertransport nur schleppend – die Wehrmacht hatte alle Eisenbahnkapazitäten für sich beschlagnahmt. Schließlich drängten sich Mitte Februar im Danziger Raum eine halbe Million Flüchtlinge. Schätzungen nach starben hier täglich bis zu 100 Menschen an Erschöpfung.

In langen Trecks zieht man weiter, nach Pommern. Gauleiter Albert Forster lässt anfangs 7.000 Menschen pro Tag, später 15.000 bis 20.000 auf den Weg bringen. Doch schon mit der nächsten Offensive, die am 24. Februar beginnt, überrollt die Rote Armee Pommern. Als ihre Truppen am 4. März bei Köslin an die Ostsee vorstoßen, ist auch der Großraum um Danzig zum Kessel geworden.

Wer kann, flieht zurück. Ein Bericht aus dem Stab der 2. Armee spiegelt wider, wie sehr die verzweifelten Menschen Opfer der eigenen Führung geworden sind: "Im Brückenkopf Danzig befinden sich rund zwei Millionen Menschen. […] Bedauerlicherweise wurde die Bevölkerung nach Westen und dann wieder nach Osten abtransportiert. Das Elend ist teilweise unglaublich, weil die Bevölkerung von der sich absetzenden Truppe im Einvernehmen mit der Gauleitung rücksichtslos von der Straße gedrängt werden muß und liegenbleibt."

Als es der Wehrmacht am 19./20. Februar gelingt, den Belagerungsring um Königsberg aufzubrechen, strömen wieder Abertausende aus der Stadt nach Pillau und in die umliegenden Fischerdörfer. Gauleiter Koch rechnet mit über 250.000 Flüchtlingen und fordert den sofortigen Abtransport von 20.000 Menschen pro Tag. Der zuständige Transportchef, Konteradmiral Konrad Engelhardt, teilt ihm jedoch mit, dass die Kohlekontingente nicht ausreichten. Weil wegen "Schiffsraummangels" nur 5.000 Menschen täglich Richtung Danzig-Gdingen gebracht werden können, "stauen" sich Anfang März in Pillau und dem angrenzenden Samland mindestens 135.000 Flüchtlinge. So kehrt ein Teil der Königsberger – man befürchtet ein Massensterben – lieber in ihre Stadt zurück.

Am 23. März beginnt der Großangriff der Roten Armee auf Danzig. Viel zu spät appelliert der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord, Walter Weiss, an Dönitz: "Schickt Schiffe, Ausrüstungen und Fahrzeuge!" Der Großadmiral, der antwortet, dass "alle Möglichkeiten ausgeschöpft" würden, zeigt am 30. März, dem Tag, an dem Danzig von der Roten Armee niedergebrannt wird, einmal mehr, wie wenig ihn das Schicksal der Flüchtlinge und Soldaten interessiert. Bei der Festlegung der knappen Kohlenvorräte setzt er alle militärischen Transporte erneut an erste und zweite Stelle der Dringlichkeit, erst an dritte Position die Evakuierung der Verwundeten und Flüchtlinge. Schon wenige Tage später müssen deshalb die großen Fahrgastschiffe als Flüchtlings- und Verwundetentransporter wegen Brennstoffmangels endgültig stillgelegt werden.

Nachdem die Rote Armee bis Ende März nicht nur den Danziger, sondern auch den Heiligenbeiler Kessel erobert hat, befinden sich in den letzten von der Wehrmacht gehaltenen Gebieten neben Zehntausenden Verwundeten noch immer 400.000 Zivilisten, davon 150.000 in der Weichselniederung und auf der vor der Danziger Bucht liegenden Halbinsel Hela sowie 250.000 in Pillau, Königsberg und dem Samland. Erneut bittet Gauleiter Koch um schnellstmögliche Evakuierung, und wieder versichert Dönitz, dass das "Möglichste getan" werde.

Nichts geschieht. Am 6. April, als die Rote Armee zum Sturm auf Königsberg antritt, wo sich noch immer über 70.000 Zivilisten aufhalten, legt man die Verteilung der Schiffstransporte aus Ostpreußen fest: 40 Prozent Verwundete, 20 Prozent Zivilisten und 40 Prozent für militärische Zwecke – das heißt: Nur ein Fünftel der Schiffskapazitäten ist für die Flüchtlinge vorgesehen. Am 9. April, Königsberg hat kapituliert, wird der Anteil der Zivilisten auf Kosten der Verwundeten von 20 auf 40 Prozent erhöht: Noch immer bleiben 40 Prozent für den Abtransport von Waffen, Fahrzeugen und anderem Gerät zum "Endkampf" im Reichsgebiet reserviert!

Mitte April ist das Samland besetzt; jetzt bleibt nur noch Pillau. Von dort aus werden seit Anfang April 20.000 Verwundete und einige tausend Flüchtlinge nach Hela herausgebracht. Doch als die Rote Armee auf das Hafenstädtchen vorrückt, halten sich immer noch 85.000 Menschen hier auf. Wie viele von ihnen bei den Kämpfen in Pillau, das am 25. April fiel, letztlich umkamen, kann nicht mehr ermittelt werden.

Es ist unfassbar, aber selbst jetzt noch, mitten in Flucht und "Endkampf", geht auch der Holocaust weiter. Am selben Tag, an dem Pillau fällt, beginnt die "Evakuierung" des in der Weichselniederung gelegenen KZ Stutthof über See. Schon Wochen zuvor, just um jene Zeit, als die Wilhelm Gustloff sank, haben SS-Schergen Tausende Juden an Palmnickens Bernsteinküste ermordet. Jetzt werden weitere 3.300 Häftlinge mit Kähnen und Schuten nach Neustadt in der Lübecker Bucht verschleppt. Die meisten sollten die Befreiung nicht mehr erleben. Ein Drittel stirbt unterwegs, viele kommen bei einem Angriff englischer Bomber um – die Piloten halten die Schiffe für Truppentransporte. Die überlebenden Häftlinge werden von der SS ermordet.

Als Adolf Hitler am 30. April im Berliner Bunker Selbstmord begeht, drängen sich auf Hela und in der Weichselniederung etwa eine Viertelmillion Flüchtlinge und Soldaten. Unbeschreibliche Szenen spielen sich ab; die Menschen versuchen die wenigen Schiffe zu stürmen, die noch Richtung Westen auslaufen. Jetzt erst vollzieht Dönitz, in seiner Rundfunkrede am 1. Mai, eine taktische Wendung. Unter der Parole, "Deutsche Menschen vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu retten", fordert er die Fortführung des "Kampfes" im Osten, um Bevölkerung und Soldaten vor der "Versklavung und Vernichtung" zu bewahren. Und erst am 6. Mai, zwei Tage vor der Kapitulation, räumt er der Rettung der Menschen erstmals höchsten Vorrang ein. Alle Schiffe sollen nach Hela und Kurland geschickt werden. Endlich auch gibt er die Brennstoffreserven der U-Boote frei.

Bis zum 8. Mai werden dann noch 110.000 Soldaten, 6.300 Verwundete, aber lediglich 5.400 Flüchtlinge über die Ostsee nach Westen verschifft. Am Tag der Kapitulation befinden sich in der Weichselniederung und auf Hela noch 150.000 Wehrmachtsoldaten und 50.000 Flüchtlinge. Auf der Frischen Nehrung stehen einige tausend und in Kurland 180.000 Landser.

Vergleicht man diese Zahlen (an die 120.000 Menschen wurden binnen weniger Tage evakuiert) mit den Zahlen der zwischen dem 23. Januar und dem 1. Mai Geretteten, als von Königsberg, Pillau, Gdingen, Hela und den Häfen der Pommernküste über 800.000 Flüchtlinge, 355.000 Verwundete und 215.000 Soldaten abtransportiert worden waren, so wird offensichtlich, was man versäumt hatte: Es wäre zweifellos möglich gewesen, sowohl die Bevölkerung als auch die Soldaten aus den Kesseln an der Ostsee vollständig zu retten.

Nach 1945 begann das große Retuschieren. So rechneten die Militärs die Transportzahlen bis auf zwei Millionen hoch. Unterschlagen wurde dabei, dass diejenigen, die man im "Pendelverkehr" von Ostpreußen in den Danziger Raum gebracht hatte – insgesamt 500.000 Flüchtlinge, 154.000 Verwundete und 79.000 Soldaten –, ja keinesfalls im Westen angekommen, sondern zu einem erheblichen Teil von der Roten Armee im Danziger Raum oder in Pommern überrollt worden waren. Mitgezählt wurden gern auch die Seetransporte von kampffähigen Soldaten, fast 300.000 Mann, die ohnehin sofort wieder zurück an die Front mussten.

Die tatsächliche Bilanz sieht anders aus: Nur 800.000 bis 900.000 Flüchtlinge sowie 350.000 Verwundete schafften es, über See den "rettenden Westen" zu erreichen. Drei bis vier Millionen Deutsche in Ostpreußen, Danzig und Pommern gerieten in den Herrschaftsbereich der Roten Armee. Viele von ihnen wurden in Lager gepfercht – und fast alle bis Ende der vierziger Jahre aus der Heimat vertrieben.

Die 1945 Geretteten allerdings verdanken ihr Glück nicht der Marineführung, sondern mutigen Einzelnen, ob in Wehrmacht- oder Parteiuniform, die oft genug gegen die Befehle handelten. Großadmiral Karl Dönitz aber, der noch 1970 behauptete, "wir taten, was wir in der damaligen Situation zur Rettung der deutschen Menschen nur tun konnten", wurde von Adolf Hitler mit Recht für seine bedingungslose Treue zum Nachfolger bestimmt: Er war der Mann, auf den der "Führer" in jeder Lage und zu jeder Zeit bauen konnte.

Der Autor lehrt Geschichte an der Universität Freiburg