Das ist der Schlüsselversuch im bahrainischen Laboratorium. Hätten die Bürger in anderen arabischen Staaten die Freiheit, stünden sie wohl schnell vor der gleichen Entscheidung: Soll ein moderner König einer konservativen Volksvertretung die Macht aus der Hand nehmen, wenn das Parlament den Weg in die Moderne blockiert? Noch krasser formuliert es eine ehemalige Schülerin von Munira: "Ihr wollt also die Demokratie ersticken, nur weil ihr fürchtet, die Islamisten könnten sie erdrosseln?"

Die Antwort kommt aus dem Parlament, in gewohntem Kontrast. Der Islamist Adel al-Maauda schimpft über die Modernisierung per Notverordnung: "Das wäre das Ende der Demokratie." Ein Gegenspieler, der Säkulare Abdulnabi Salman, versteht Muniras Wunsch. Doch der Aufbruch in die Moderne, sagt er, werde auch über Umwege gelingen. "Lasst die Islamisten ruhig Gesetze machen, sie können ja doch nur von Kleidung und Lebensart reden." Von Wirtschaft und Finanzen hätten sie keine Ahnung. "Das merken die Leute sehr schnell und wählen sie wieder ab", sagt Abdulnabi Salman. Er hat den Mut zum Experiment, den arabische Demokraten durchaus brauchen.