Dass das Ballett nicht nur ein schönes Schauspiel, sondern auch eine gute Idee sei, diese Erkenntnis verdanken wir der hartnäckigen Überzeugungsarbeit vieler Ballettavantgardisten, vor allem aber dem in Deutschland zu Ruhm gelangten amerikanischen Choreografen William Forsythe. Er hat die Techniken der literarischen Moderne und die Thesen des Poststrukturalismus für die Bühne adaptiert, er hat mit Hilfe von Virginia Woolfs Prosa Bewusstseinsströme tanzbar gemacht und mit Foucault gegen die Ordnung der Dinge polemisiert. Bewegung als Sprache, Tanzen als Philosophie: Jetzt gibt ein Text-Bild-Band genaueren Einblick in Forsythes komplexe Ästhetik. Evelyn Finger

William Forsythe - Denken in Bewegung

Hrsg. von Gerald Siegmund - Henschel Verlag, Berlin 2004 - 175 S., 24,90 e