Thomas Sattelberger, Personalchef beim Reifenkonzern Continental, gehört zu den Managern, die seit langem den Bachelor anpreisen. Doch er sagt auch, dass er "richtig stinkig" werden könne, wenn er die laufende Debatte um Anerkennung und akademischen Stellenwert der neuen Abschlüsse beobachte. "Das ist die Veränderungsresistenz, die dem deutschen Bildungssystem innewohnt", sagt er. "Bis uns das Wasser bildungspolitisch zum Hals steht."



Der Master-Plan

In der italienischen Stadt Bologna haben die Regierungen von 29 europäischen Ländern vor sechs Jahren vereinbart, bis 2010 einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Voraussetzung dafür sind einheitliche Hochschulabschlüsse: der Bachelor und der Master , die europaweit nach denselben Kriterien verliehen werden sollen. Der drei- bis vierjährige Bachelor soll Grundlagen vermitteln und bereits für einen Beruf qualifizieren, im darauf folgenden Master können die Absolventen ihr Wissen vertiefen und sich spezialisieren. Das Studium ist in Lehreinheiten, so genannte Module , aufgeteilt, die Prüfungen sind studienbegleitend und werden in Leistungspunkten, den Credits , nach europaweit gültigen Kriterien abgerechnet. Dadurch soll die internationale Mobilität der Studenten gefördert werden.