Norbert Pfefferlein befürchtet harte Zeiten. Er arbeitet als Verkaufs- und Marketingdirektor für SunTrips in Berlin. SunTrips ist Spezialveranstalter für Asien, schickt jedes Jahr insgesamt 12 000 Urlauber nach Thailand und nach Sri Lanka, in die Arabischen Emirate und nach Oman.

Jetzt ist Hochsaison, jetzt sollte Geld verdient werden. Doch im Augenblick tendieren die Anfragen für Reisen nach Thailand gegen null, die Nachfragen nach Sri Lanka sind nur noch sehr zögerlich. Der Umsatz ist um 35 Prozent zurückgegangen.

SunTrips ist nicht das einzige Spezialunternehmen, das nach der Tsunami-Katastrophe um Kunden kämpfen muss. Norbert Pfefferlein, zugleich Ausschussvorsitzender im Bundesverband mittelständischer Reiseunternehmen, asr, ist sicher, dass die mehr als ein Dutzend Kleinveranstalter, die von dem Unglück betroffen sind, den Schaden nicht so leicht wegstecken wie die Großunternehmen. Denn der Anteil an Thailand- oder Sri-Lanka-Reisen liegt bei den Spezialisten bei 40 bis 90 Prozent. Durch den Umsatzrückgang sind Arbeitsplätze bedroht.

Die Gruppe der Spezialveranstalter ist durchaus nicht homogen. Es gehört Transorient dazu, das 40 Prozent seiner übers Jahr gesehen 24 000 Kunden nach Thailand schickt und Strandreisen auf Phuket ebenso im Programm hat wie Badeaufenthalte auf Bali und Rundreisen durch Malaysia. Es zählt Lotus Travel dazu, das Wellness-Urlaub anbietet, aber auch Touren durch Myanmar, oder der oberbayerische Veranstalter Aytour, der sich auf Ayurveda-Kuren spezialisiert hat.

Ebenso wie die großen Veranstalter haben auch die Spezialisten versucht, ihre Kunden durch Umbuchungen zu behalten. Wir müssen doch positiv eingestellt bleiben, sagt Evelyn Gerlach von Reisefieber, auch wenn ihre Stimme tränennah klingt, sonst fehlt uns die Energie, die wir jetzt brauchen, um die Urlauber umzurouten. Von Sri Lanka nach Hua Hin, von Khao Lak nach Bali.

Für die Kleinen ist es schwieriger als für die Großen: Jordanien, Oman, die Emirate, das zur Hochsaion gut gebuchte Nordthailand - die Ausweichziele im Großraum können gar nicht so viele Urlauber aufnehmen.

Transorient-Geschäftsführer Helmut Drotleff: Wir haben kein Mallorca.