Robert Leicht konstatiert in reichlich theologischer Wortwahl: Diese asiatische Zerstörungswelle löste eine Flut ohne Sünde aus. Soll wohl heißen, dass an dieser Katastrophe - im Gegensatz zu vielen anderen - der Mensch keine (Mit-)Schuld hat. Hier irrt Leicht gewaltig.

Die durch Seebeben ausgelösten Tsunamis sind in den Küstenregionen des Pazifiks und auch des Indischen Ozeans wohl bekannt. Die gefährdeten Küstenstriche wurden deshalb in den Jahrtausenden, die der Homo sapiens dort beheimatet ist, stets gemieden und waren nur dünn - oder gar nicht - besiedelt. Das änderte sich im letzten Jahrhundert, als sich die Slums der Städte und andere wilde Ansiedlungen wegen Übervölkerung bis an die Küstenlinie, in die rote Zone also, ausdehnten. An besonders schönen Stränden folgten die Bettenburgen der Tourismusindustrie.

Die Genehmigung all dieser Bebauung kann zu Recht eine Schlamperei der Behörden genannt werden. Insofern ist diese Katastrophe der Unfähigkeit, sehr wahrscheinlich sogar der Korruption der Verantwortlichen geschuldet und damit, um in der Terminologie von Leicht zu bleiben, sündenbehaftet. Die Experten kannten die Gefahr, ihre Warnungen wurden jedoch in den Wind geschlagen.

Nun wird nicht nur um Spenden für Soforthilfe, sondern auch für den Wiederaufbau geworben. Wiederaufbau wo? An alter Stelle?

HELMUT KÖRLINGS, TRABEN-TRARBACH

Gerade der Tourismus ist eine Quelle für Wohlstand in den armen Ländern. Was sollen denn die ewig lächelnden Serviceroboter machen, wenn die Touristen ausbleiben? Es sind genau jene leistungsbereiten Menschen, die Herrn Schätzing fremd vorkommen mögen, die aber den Wohlstand in den armen Ländern mehren. Wenn der Tourismus dann noch zu größerer Aufmerksamkeit des Westens führt, ist das in meinen Augen ein positiver Effekt. Was daran rassistisch sein soll, bleibt mir ein Rätsel.

Nur durch eine erstarkende Wirtschaft, nicht durch Almosen, wird es Singhalesen einmal möglich sein, im Schwarzwald Urlaub machen zu können - hoffen wir, dass sie dann freundlich bedient werden.