Einmal Güstrow, Mecklenburg, 1956, einmal Mopti, Mali, 1936. Welten, Zeitalter liegen zwischen diesen beiden Fotografien, zwischen dem Armsündertum im Uwe-Johnson-Land und der Moschee, die der Fotograf und Ethnologe Pierre Verger auf Mali festhielt. Und doch: Leer und streng ist die Welt hier wie da, wehrhaft der architektonische Schutz vor ihr, einsam und asketisch der Mensch, sternenfern das Parkplatzproblem. Verschwunden sind beide, das graue, herzige Mecklenburg der steifen Wintermänntel, das anmutige, unberührte Mali der Barfußgänger. Zwei wunderbare Bände holen das Versunkene in bewegenden Bildern zurück. Die Fotografien von Paul Verger aus Brasilien, Algerien, Niger, Togo, Mali, Haiti, Martinique, Kuba und den USA, allesamt Meisterwerke der Einfühlung, werden im Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt. Nachrichten von den Schwarzen Göttern.

Heinz Lehmbäcker/Uwe Johnson:

Mecklenburg

Zwei Ansichten - Insel Verlag,

Frankfurt/Leipzig 2004 - 184 S., 19,80 e

Manfred Metzner/ Michael M. Thoss (Hrsg.):

Pierre Verger. Schwarze Götter im Exil