Eine Woche in Sydney lässt ausreichend Zeit, um sich in die Stadt zu verlieben. Das ist ein Versprechen. Am ersten Tag wie beim 24-Stunden-Aufenthalt zum Opernhaus via George Street, QVB und Circular Quay mit Mittagessen am Kai und Sich-übers-Hornblasen-der-Schiffe-Erschrecken. Dann auch das Viertel Rocks ansehen und am Darling Harbour spazieren gehen.

Am zweiten Tag: Einen Tag am Strand planen, am besten Bondi Beach mit seinen Cafés und Restaurants - zum Beispiel den Mexikaner Montezumas mit günstigen Preisen und leckeren Gerichten wie der warmen Käsesoße als Vorspeise. Ein gemütlicher Spaziergang zu einem der Nachbarstrände kann als Zusatzprogramm eingebaut werden, aber nicht übertreiben, denn der dritte Tag bietet genug Herausforderung.

Der dritte Tag: Mit der Fähre von Circular Quay nach Manly, von dort aus wandern Naturliebende und fitte Touristen zur Spit Bridge. Gewagt, aber womöglich einer der schönsten Spaziergänge der Welt! Drei bis vier Stunden abwechslungsreiche Landschaft mit Stränden, Buchten, Booten, Vegetation fast wie in einem Regenwald und dann - auf dem Höhepunkt – eine atemraubende Aussicht aufs Meer und die Nord- und Südköpfe, Klippen, die wie ein Tor in der Ferne wirken und wo zu Weihnachten Segelrennen stattfinden. Es gibt Aboriginal Gravierungen in den Felsen, kopfhohe Buschlandschaft, Delfine in kleinen Buchten, in denen zwar Schilder besagen, man solle nicht nackt baden, die Idylle aber viele dazu einlädt. Am Ende öffnet sich der Weg zu einem weiten Strand mit einem Imbiss wie eine kleine Oase, wo es die typischen Wedges, frittierte Kartoffelkeile, gibt mit roter, süß-saurer Chilliesoße und Sour-Creme. Genau das Richtige nach so einer Wanderung, die einige den "Killer Walk" nennen, weil sie sowohl einfache als auch anstrengende Passagen hat. Insgesamt ist der Weg ein Naturerlebnis in unmittelbarer Stadtnähe mit vielen Fotomotiven. Man sollte genug Wasser mitnehmen, einen Snack einpacken, Sonnenmilch, Sonnenbrille und gute Schuhe, klar. Dann kann man sich Zeit lassen, sollte jedoch vor Sonnenuntergang an der Spit Bridge, einer Zugbrücke, ankommen. Von dort fahren Busse zurück in die Stadt.

Vierter Tag: Wer möchte, kann es ruhig angehen lassen, vielleicht einen der Märkte (je nach Wochentag in Paddington oder in den Rocks) besuchen oder Kulturelles genießen (Museen und Galerien siehe "Getting there" ).

Dann bietet sich eines der alternativen Viertel Newtown oder Glebe mit vielen Läden und Cafés zum Schlendern, Shoppen und Schlemmen an.

In Newtown gibt es Buchläden, die deutsche Second-Hand-Bücher verkaufen, etwa drei Bände von "Das Kapital" für 60 Dollar. Im Imperial Hotel treten Drag Queens auf, wie man sie aus dem australischen Film Priscilla - Queen of the Desert kennt. Die Shows mit fantastischen Outfits, viel Make-Up, falschen Wimpern und süffigen Kommentaren finden etwa dreimal pro Nacht statt. Das Imperial Hotel ist eher gay, man sieht also viele Homosexuelle oder Transvestiten auf den Tanzflächen und an der Bar. Genauso lebhaft geht es nachts auf der Oxford Street zu. Hier findet jährlich zur Karnevalszeit auch die Mardi Gras Parade statt, ein bunter Schwulen- und Lesben-Umzug, der internationales Publikum anlockt. Hier stehen die Leute die ganze Nacht vor den Clubs Schlange, um tanzen zu können.

Am fünften Tag ein Besuch im Zoo. Mit der Fähre vom Circular Quay zum Toranga Zoo fahren, dann den Bus zum oberen Eingang nehmen. Das Gute dabei, vor allem für Verkaterte: Der Weg durch den Zoo führt dann immer bergab. Auch wenn es Tierparks in vielen Städten gibt, lohnt sich der Besuch: Es gibt schöne Aussichten mit Giraffen im Vordergrund und der Skyline Sydneys dahinter und natürlich die drei K’s, die man in Australien sehen muss: Kangurus, Koalas und Krokodile. Um die nachtaktiven Tiere zu beobachten, gibt es auch ein Gehege, in dem es tagsüber dunkel und nachts hell ist.