Die Vereinigten Staaten haben bei den Vereinten Nationen für die Befriedung der Krisengebiete im Sudan Vorschläge in Umlauf gebracht. In einem Resolutionsentwurf für das westsudanesische Darfur fordern die USA Sanktionen bei einem Bruch des Waffenstillstands. In der Region Darfur herrscht zur Zeit eine offizielle Waffenruhe, die von einer afrikanischen Truppe vor Ort aber nur unzureichend überwacht werden kann. Es wird erwartet, dass Russland und China als Vetomächte im UN-Sicherheitsrat dem Entwurf skeptisch gegenüberstehen. In diesem soll auch die Möglichkeit offengehalten werden, eine Friedenstruppe nach Darfur zu entsenden. Wer gegen den Waffenstillstand verstößt, soll mit Reisebeschränkungen und Kontensperrungen bestraft werden, Kriegsverbrecher aus Darfur sollen vor einem internationalen Gericht angeklagt werden.

Für den von langem Bürgerkrieg zerrütteten Südsudan sehen die USA die Entsendung einer 10.000 Mann starken UN-Friedenstruppe vor. Zusammen mit 715 Polizisten und zivilen Mitarbeitern sollen die Blauhelme die Umsetzung eines Friedensabkommens bewachen, das den Bürgerkrieg am 9. Januar offiziell beendete. Auch die Bundesregierung hat sich bereit erklärt, Soldaten für eine UN-Friedensmission abzustellen.

Bereits 1972 sollte dieser Bürgerkrieg erstmals offiziell beendet sein. Jahrzehnte später kämpften noch immer islamische Regierungssoldaten gegen die vorgeblich christliche "Befreiungsbewegung" SPLA. Die Bevölkerung des Südens wird von beiden Seiten tyrannisiert, ist ständig auf der Flucht und hungert. In Folge des Krieges kamen bis zu zwei Millionen Menschen ums Leben, vier Millionen weitere Opfer wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Heute herrscht im Südsudan ein unsicherer Frieden.

Das im Januar geschlossene Friedensabkommen von Regierung und Rebellen des Südsudans gilt nicht für die Darfur-Region. Auch vor welchem internationalen Gericht Kriegsverbrecher angeklagt werden sollen, ist nicht geklärt. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte die Nato am Wochenende dazu aufgerufen, einen militärischen Einsatz auch in Darfur in Betracht zu ziehen. Der Konflikt war im Jahr 2003 offen ausgebrochen, als Rebellen zu den Waffen griffen. Sie protestierten gegen den fehlenden staatlichen Schutz vor Übergriffen regierungsnaher arabischer Nomaden auf schwarzafrikanische Farmer. Seither betreiben sudanesische Regierungstruppen die Rekrutierung und Bewaffnung der „Dschandschawid“ genannten arabischen Milizen, die als verlängerter Arm der Regierung in Darfur raubend und mordend umherziehen. Inzwischen sind hier mindestens 70.000 Menschen getötet worden, etwa 1,8 Millionen Menschen wurden nach UN-Schätzungen vertrieben.