Alles, was in Amerika ausgebrütet wird, kommt irgendwann nach Deutschland – so auch die Affäre "Larry Summers", die sich um den Präsidenten von Harvard dreht. Der hatte am 14. Januar erneut gegen die korrekte Sprachregelung verstoßen, indem er eine schlichte Frage stellte: ob es nicht auch, aber nicht nur an der verschiedenen Gehirnbeschaffenheit von Männlein und Weiblein liege, dass Männer in den "harten" Naturwissenschaften so übergewichtig vertreten sind. Alsogleich räsonierte die Süddeutsche Zeitung über sein "Verhältnis zu Frauen, das schon letztes Jahr kritisiert worden war". Und die FAZ schimpfte über "billigsten Biologismus", auf den sich "kein seriöser Wissenschaftler einlassen" wolle.
gesellschaft: Frauen, Quoten und Gelehrte
Wie die Frage nach einem kleinen Unterschied zum Kulturkampf eskalierte und der Harvard-Präsident in einen Schauprozess geriet. Ein Frontbericht von Josef Joffe