Vor zehn Jahren hatte es Donovan bis an diese Werkbank geschafft, er kaufte ein Cavaquinho für George Harrison, der schenkte es später Paul McCartney, der benutzte es in einem Film, Domingos weiß leider nicht, in welchem, oder er hat die Frage nicht verstanden.

Amelia Rodriguez war auch dagewesen, die größte Sängerin des Fado, der urbanen portugiesischen Folklore. Domingos zeigt zum Beweis das Foto in seinem privaten, blitzblanken Museu de Cordofones nebenan, er zeigt die Vitrinen, die Schränke mit den Dankesbriefen und all den CDs, auf denen seine Instrumente mitspielen… Dann greift er in die Saiten, bringt mit schwieligen Fingern das zierliche Ding zum Hüpfen, was ein wenig nach Country klingt und ein wenig wie Zither, dann schaltet Alejandra den Rekorder aus.

Für 55 Euro, einfachste Ausführung, kauft sie ein Cavalquinho. Das wird Aeron wieder auf die Beine bringen.

Nach ihrer ersten Woche in Porto hatten sie sich entschieden: Sie würden für die Installation im Museum Klänge und Kacheln kombinieren. Flüchtige Akustik und trittfeste Keramik. Und aus allen Aufnahmen vom Juni und November würden sie eine CD machen! Den Herbst verbrachten sie zu Hause in Barcelona, wo sie Fotos sortierten, diskutierten und Vorlagen zeichneten: die Motive der für sie anzufertigenden Kacheln.

Sssssit, sssssit, sssssit, sssssit macht’s in der Kachelfabrik von Aveiro, südlich von Porto, wenn Rohlinge aufs Förderband rutschen und unter dem Vorhang aus flüssiger Lasur durchfahren – Aeron hat’s aufgenommen. Man hört Frauenstimmen im Hintergrund und das rauschende Gebläse des Brennofens. Muss man’s sehen?

"Video ist inzwischen überall", sagt Aeron. – "Es gibt zu viele Bilder", sagt Alejandra. – "Klänge sind persönlicher als Bilder", sagt Aeron. – "Klang ruft etwas hervor", sagt Alejandra.