Einige Zeugen erzählten, dass Mitglieder der Milizen in Namen von Musa Hilal Gräueltaten begingen. Andere berichteten, dass ihre ehemaligen arabischen Nachbarn und Dschandschawid-Milizen sie davon abhielten, zu ihrem fruchtbaren Land außerhalb von Kebkabiya zurückzukehren. Eine Gruppe von Frauen, die versuchte in ihren Ort Merguba zurückzukehren, bekam von ihren ehemaligen arabischen Nachbarn erklärt: "Dies [Merguba] ist das Land von Musa Hilal. Ihr dürft dort nicht hin und irgendetwas mitnehmen."

Dokumente der Regierung in Darfur, die sich in den Händen von Human Rights Watch befinden, spielen auf die Unterstützung der sudanesischen Regierung für Musa Hilal an. In einem Memo aus einem Büro einer lokalen Behörde in Nord-Darfur vom 13. Februar 2004 drängt die Regierung alle "Sicherheitseinheiten in der Umgebung" dazu, "die Aktivitäten der Mudschahedin und der Freiwilligen unter der Führung von Scheich Musa Hilal in den Gebieten von [Nord-Darfur] zu dulden und die grundlegenden Bedürfnisse dieser Gruppen sicherzustellen."

Das Memo der Regierung lautet weiter: "Wir unterstreichen auch die Wichtigkeit der Nichteinmischung, um ihre Autorität nicht in Frage zu stellen und über geringfügige Verstöße der Mudschahedin gegen Zivilisten, die für Mitglieder der Rebellen gehalten werden, hinwegsehen zu können… ."

Lotte Leicht leitet das internationale Büro von Human Rights Watch in Brüssel

Das Interview mit Musa Hilal wurde am 27. September 2004 von Mitarbeitern von Human Rights Watch aufgezeichnet. Das komplette Transkript kann man bei Human Rights Watch nachlesen , dort kann das Video auch als Real Media oder Windows Media angesehen werden.