Millionen Vögel sterben jedes Jahr, weil sie mit hohem Tempo auf Glasscheiben prallen. Zweierlei ist dabei gefährlich: zum einen Scheiben, die einen freien Blick auf die dahinterliegende Landschaft bieten, also etwa Schallschutzwände an Autobahnen oder die Verglasung von Wintergärten. Die zweite Gefahr geht von stark spiegelnden Glasscheiben aus.

Die aufgeklebten Vogelsilhouetten mögen gut gemeint sein, ein wirksames Mittel gegen den Vogeltod sind sie nicht, sagen die Naturschutzverbände. Den starren Umriss hält kein Singvogel für einen Feind – allenfalls für ein Hindernis, das es zu umfliegen gilt. Und dann knallt das arme Tier neben dem Aufkleber ans Glas.

Wer die Vögel schützen will, der hat im Moment nur unbefriedigende Möglichkeiten: Entspiegeltes Glas ist sehr teuer. Gegen die Spiegelungen hilft es, die Fenster von außen seltener oder gar nicht zu putzen. Ein wirklich sicheres Mittel ist es, den Scheiben etwa mit kreuzweise aufgebrachten Klebestreifen ein deutlich sichtbares Muster zu verpassen – allerdings sitzt dann der Mensch optisch hinter Gittern.

Eine neue Idee stammt von Friedrich Buer und Martin Regner aus Neustadt an der Aisch: Weil Vögel auch ultraviolettes Licht sehen können, plädieren sie dafür, die Scheiben mit einem Muster aus einer UV-Beschichtung zu versehen, die für uns Menschen unsichtbar ist. Entsprechende Versuche laufen noch. Christoph Drösser

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