Korken

Vom negativen Einfluss infizierter Korken auf den Wein soll hier ausnahmsweise einmal nicht die Rede sein. Als positive Eigenschaft des Naturstopfens wird immer noch ins Feld geführt, dass er den Wein "atmen" lasse. Das aber ist Unsinn. In jeder Flasche findet sich ausreichend Sauerstoff, um die für die Reifung notwendigen Prozesse zu versorgen, da muss nicht noch Umgebungsluft einströmen. Im Gegenteil: Je weniger Sauerstoff in die Flasche hinzutritt, desto langsamer verläuft die Reifung, und je langsamer, desto besser. Die legendären Bordeauxweine, die hundert Jahre und mehr durchgehalten haben, wurden übrigens typischerweise nicht nur verkorkt, sondern auch mit Lack versiegelt – damals ging es nicht anders. Heute versprechen Glasstopfen oder aus rostfreiem Stahl hergestellte Kronkorken und Drehverschlüsse, allesamt versehen mit geprüfter Plastikschicht, Stabilität.

Lagerung

Die Lebenserwartung eines Weines wird am meisten vom Licht beeinträchtigt: Der Energieeintrag zerstört chemische Verbindungen (Photolyse). Die zweitgrößte Gefahr für das allmähliche Reifen sind Temperaturwechsel, denn sie lockern den Korken – erst recht, wenn der Keller allzu trocken ist. Ist er zu feucht, bildet sich Schimmel, der zumindest ein Risiko ist; im schlimmsten Fall rücken Korkmotten an und fressen den Verschluss kaputt. Die drittgrößte Gefahr sind andauernde Erschütterungen (zum Beispiel durch Straßenverkehr), sie beschleunigen die Vorgänge in der Flasche. Der Keller, in dem Ihr Wein altert, sollte also dunkel, von einigermaßen konstanter Temperatur und mäßiger Feuchte sein – und ein Ort der Ruhe.

Schimmel