Die Geschichte von Lena Christ ist schon lange zu Ende. Die Schriftstellerin starb vor 85 Jahren in München. Damals war sie berühmt, vor allem wegen ihrer ergreifenden Autobiografie Erinnerungen einer Überflüssigen, in der sie ihre Jugend als misshandeltes Kind beschreibt. Es gibt nicht viele Misshandlungsopfer, die im Erwachsenenalter die Kraft haben, ihre Vergangenheit aufzuschreiben.

Lena Christ wird unehelich geboren, wächst zunächst bei den Großeltern auf dem Lande auf und begegnet ihrer Mutter erst mit fünf Jahren. Die betreibt mit ihrem neuen Ehemann in München ein Gasthaus und nimmt das Kind zu sich. Für Lena endet damit die gute Zeit ihres Lebens. Den Rest ihrer Jungend verbringt sie in Angst oder auf der Flucht vor ihrer Mutter.