Hornby: Vielleicht, hm, vielleicht. Aber von guten alten Zeiten kann bei Arsenal nicht die Rede sein. Die alten Zeiten waren furchtbar schlecht.

ZEIT: Damit Arsenal London nicht ganz unschlagbar ist, haben wir euch unseren Torwart Jens Lehmann geschickt.

Hornby: Sehr lustig, meine Herren! Viele Arsenal-Fans verwirrt er. Niemand hält ihn für einen großartigen Sportler, weil er sein Team jederzeit ein Tor kosten kann. Das Problem ist doch, dass mein Land sich nicht für Torhüter interessiert. Auf dem College war ich Mannschaftskapitän des ziemlich schlechten Reserveteams, und niemand wollte sich ins Tor stellen. Es kam also zum ersten Spiel, in dem ich Kapitän war. Wir liefen auf den Platz, elf Mann, aber wir hatten noch immer keinen Torhüter. Also ging ich von Spieler zu Spieler und fragte, aber jedesmal bekam ich zur Antwort: »Fuck off, Nick!« Der Erste, der zögerlich war und nicht sofort nein sagte, musste ins Tor. Und da stand er am Ende der Saison immer noch. Jens Lehmann erinnert mich sehr an diesen Spieler.

ZEIT: Mister Hornby, Sie haben einmal gesagt: »Ich wollte nie einer dieser Männer werden, von dem sich eine Frau scheiden lassen will.« Doch genau so ist es gekommen.

Hornby: Stimmt, ich habe mich nie in der Kategorie »geschieden« gesehen. Ich konnte nicht ahnen, welche Zwänge und welcher Druck in einer Ehe entstehen können. Ich will mich nicht mit meiner speziellen Situation herausreden, aber wir haben einen schwerbehinderten Sohn, Danny, und es ist von heute aus betrachtet ein Segen, dass wir in verschiedenen Häusern wohnen. Meine Exfrau und ich wohnen nicht weit voneinander entfernt, so kann Danny mehrmals am Tag das Haus wechseln, was für alle etwas Entspannung bringt. Mittlerweile hat Danny zwei Geschwister, und ich glaube, es ist gut für ihn, Geschwister zu haben – und sie oft, aber nicht immer zu sehen. Wir alle sind heute glücklicher als zu Zeiten unserer Ehe, aber trotzdem wünschte ich mir, kein geschiedener Mann zu sein. Ich glaube, richtig unangenehm wird es, wenn Sie mehrere Ehen hinter sich haben, wenn Sie Ihre Fehler wiederholen. Da stehe ich noch ganz gut da, oder?

ZEIT: Ihre Bücher drehen sich oft um die Frage: Wie gelingt es uns, unser eigenes Leben zu verstehen?

Hornby: Es geht mir darum, dass meine Figuren am Ende des Buchs begreifen, wie sie in die Situation gekommen sind, in der sie sich am Anfang des Buchs befunden haben. Ich nehme sie mit auf eine Reise, in der sie sich verändern und hoffentlich etwas dazulernen.