ZEIT: Wenn alle Ihre Figuren aus Ihren Romanen sich bei einer Party treffen würden, was würde passieren?

Hornby: Na ja, keine von ihnen hat ja einen schlechten Charakter. Das entspricht meiner Lebenserfahrung, und jeder, der ehrlich zu sich selbst ist, wird mir da zustimmen. Wir alle lieben Bösewichter, aber durch und durch schlechte Menschen sind doch wirklich sehr selten.

ZEIT: Wären Sie bei der Party gerne dabei?

Hornby: Eine gemeine Frage. Ich soll mich mit meinen Figuren unterhalten? Allesamt kommen sie ja aus mir heraus. Sie sind nicht eins zu eins autobiografisch, aber ich habe sie aufgrund eigener Erfahrungen erfunden. In meinem neuen Roman A Long Way Down gibt es beispielsweise einen prominenten Fernsehmoderator, und was mich an ihm interessiert hat, ist eine eigene Erfahrung: Wie geht man damit um, dass man auf der Straße erkannt wird? Mein Gesicht ist ja eher semiprominent…

ZEIT: …Sie kokettieren.

Hornby: …Nein, ich meine das ernst. Nehmen Sie J. K. Rowling, die Autorin von Harry Potter, die derzeit berühmteste Schriftstellerin der Welt. Ich glaube nicht, dass ihr Gesicht auch nur annähernd so bekannt ist wie ihre Bücher. Aber wenn Sie eine kleine Rolle in irgendeiner Seifenoper haben, rufen die Leute auf der Straße Ihren Namen. Diese Art von Gesichtsprominenz ist ein Phänomen unserer Zeit.

ZEIT: Sie haben mit Anfang zwanzig drei Jahre lang als Lehrer gearbeitet. Wie war Nick Hornby im Unterricht?