Vor zwei Jahren führte Borussia Dortmund gegen Energie Cottbus im letzten Saisonspiel bereits mit 1:0. Den Dortmundern hätte ein Sieg gegen den bereits feststehenden Absteiger aus der Lausitz genügt, um sich direkt für die Champions League zu qualifizieren. Am Ende schoss ein gewisser Timo Rost, von dem danach nicht mehr viel zu hören war, das 1:1. Dortmund rutschte auf den dritten Platz ab und scheitere schließlich sogar in der Champions League- Qualifikation. Nichts wurde aus einem lukrativen Jahr in der Königsklasse. Da sie aber schon mit dem Geld aus dieser kalkulierten, ging die Borussia schweren Zeiten entgegen, die beinahe in der Insolvenz geendet hätten . Nutznießer aus dem Dortmunder Ausrutscher war damals der VfB Stuttgart. Eine Spielzeit darauf misslang aber auch den Schwaben der Endspurt. Auch sie mussten sich beim Saisonfinale noch mit dem Uefa-Cup-Platz zufrieden geben. Am vorletzten Spieltag der laufenden Saison bereiteten die Mannschaften alles soweit vor, dass sich auch nächstes Wochenende die Geschichte wiederholen kann.

Hartnäckigster Anwärter auf den begehrten zweiten Tabellenplatz, durch dem eine weitere Qualifikationsrunde vermieden werden kann, ist seit Wochen der FC Schalke 04. Seit Wochen aber können sie sich auch nicht richtig von der Konkurrenz absetzten. 1:2 verloren sie nun im Revierderby daheim gegen Borussia Dortmund, die ihrerseits jetzt doch noch Chancen haben, sich direkt für den Uefa-Cup zu qualifizieren. Gerade Schalke würde sich besonders gut als Mannschaft eignen, die auf der Zielgeraden ins Straucheln gerät und unsanft jenseits der Erwartung hinfällt. Besonders deshalb, da der letzte Gegner SC Freiburg heißt und bereits seit längerem abgestiegen ist. Eine Tatsache, die den ohnehin hohen Druck nicht mindert, wenn die millionenschweren Schalker auf das Low-Budget-Team aus dem Breisgau treffen. Ein Unentschieden würde zwar reichen, um die meisten Nebenbuhler zu distanzieren. Der VfB Stuttgart steht jedoch bereit, um in einen solchen Fall mit einen Sieg noch vorbeizuziehen.

Ob das gelingt, ist nach der Leistung beim VfL Bochum mehr als fraglich. 2:0 siegte der Absteiger aus dem Ruhrgebiet - ein schmeichelhaftes Resultat, hatte Bochum doch noch zahlreiche klare Gelegenheiten, um höher zu gewinnen. Angesichts des nächsten Gegners ist eine deutliche Leistungssteigerung nötig. Bayern München wird dann zu Gast in Stuttgart sein und besser spielt derzeit kein Team der Bundesliga. Souverän und torlustig baut der deutsche Meister seinen Vorsprung an der Spitze aus. Auch gegen Nürnberg dachten sie nicht daran, die bayerischen Landsleute zu schonen und nahmen mit einem 6:3 Sieg Abschied vom Olympiastadion, das der neuen Allianzarena für offizielle Spiele weichen muss.

Nicht auszuschließen, dass Werder Bremen oder Hertha BSC Berlin noch aus dem Windschatten heraus beschleunigen und die besponsorte Brust vor den bisher Führenden über die Ziellinie drücken. Dem von den Münchnern aus dem Amt gedrängte Meister aus Bremen wäre beinahe noch die mangelnde Torgefährlichkeit in den vergangenen Spielen zum Verhängnis geworden, wodurch selbst das Minimalziel Uefa-Cup-Platz in Gefahr geriet. Beim 4:1 gegen Freiburg zeigten sie aber immerhin in der zweiten Hälfte, dass ihnen der Torjubel noch nicht ganz fremd geworden ist. International dürfen sie nun ganz sicher wieder spielen. Kann Bremen an die gute Heimspielleistung auch in Kaiserslautern anknüpfen, kommen auch sie für Platz drei noch ernsthaft in Frage.

Hertha BSC verhalf unterdessen Borussia Mönchengladbach durch harmloses Auftreten im Nordpark zu einem 0:0 und damit zum endgültigen Klassenerhalt. Hannover 96 heißt der finale Gegner. Für die geht es außer um eine Verlängerung der Saison im UI-Cup um nichts mehr und dennoch beendeten sie alle Uefa-Cup-Träume des Hamburger SV. Verderben sie auch Hertha den unerwarteten Sprung in die Königsklasse? Gibt es wieder einen Spieler wie einst Timo Rost, der das Schicksal einer Mannschaft besiegelt und danach in der Zweitklassigkeit verschollen bleibt? In Anbetracht der letzten beiden Spielzeiten ist ein unerwarteter Ausgang nicht auszuschließen. Die neutralen Zuschauer freut es, die ergebenen Fans der betroffenen Vereine zittern und die Schatzmeister werden womöglich lieber gar nicht hinschauen.