Im Zuge der Bemühungen um eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm haben Vertreter der USA direkten Kontakt mit Nordkorea aufgenommen. Bei einem Besuch der nordkoreanischen UN-Vertretung in New York in der vergangenen Woche habe die amerikanische Abordnung bekräftigt, dass Nordkorea von den Vereinigten Staaten als souveräner Staat anerkannt werde und die USA keine Angriffsabsichten hätten. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul.

Diplomaten der US-Botschaft in Tokio bestätigten den Kontakt über den New Yorker Gesprächskanal . Das Treffen habe jedoch dazu gedient, eine Botschaft zu übermitteln, nicht zu verhandeln. Am Dienstag hatte zudem die japanische Finanzzeitung Nihon Keizai Shimbun unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtet, dass Nordkorea China gefragt habe, einen Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice in die Wege zu leiten. Von einer Reaktion der Politikerin ist nichts bekannt.

Unterdessen versuchte Südkorea am dritten Verhandlungstag der jüngsten Gespräche mit Nordkorea abermals, das Land zur Rückkehr zu den Sechser-Gesprächen zu bewegen. "Wir haben wiederholt betont, dass der Atomstreit friedlich gelöst werden und Nordkorea bald an der vierten Sechserrunde teilnehmen muss," sagte der stellvertretende südkoreanische Vereinigungsminister Rhee Bong Jo vor Journalisten in der nordkoreanischen Stadt Kaesong. Nordkorea bleibt den Gesprächen mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland seit einem Jahr fern und wirft Washington eine "feindselige Politik" vor. Nach einem Tag Pause hatten beide koreanischen Staaten ihre Gespräche über eine Verbesserung der Beziehungen am Donnerstag wieder aufgenommen und den Dialog auf Ministerebene für den Juni anberaumt. Auch sagte Südkorea in einer Abschlusserklärung am Donnerstag dem Norden 200.000 Tonnen Düngemittel zu. Ein Durchbruch bei den Bemühungen um eine konkrete Zusage Nordkoreas zur Wiederaufnahme von Gesprächen über sein Atomprogramm wurde nach südkoreanischen Medienberichten jedoch nicht erzielt.

Iran um Glättung der Wogen bemüht

Vor der am Anfang kommender Woche geplanten Fortsetzung der Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm hat sich die Regierung in Teheran am Donnerstag offensichtlich um eine Glättung der Wogen bemüht. Im Gegensatz zu früheren Ankündigungen sagte der iranische Präsident Mohammed Chatami laut der Nachrichtenagentur Chabar , Iran werde die Verhandlungen fortsetzen, bis eine "geeignete Lösung" gefunden sei.

Irans Chefunterhändler Hassan Ruhani hatte das Treffen mit dem EU-Verhandlungstrio Deutschland, Großbritannien und Frankreich zuvor als "die letzte Chance" für die EU bezeichnet, eine Einigung zu erzielen. Das äußerste Zugeständnis, das Iran dabei machen könne, sei eine weitere zeitlich begrenzte Verlängerung der befristeten Aussetzung seines Programms zur Urananreicherung. Die EU hat bislang alle Forderungen Irans, seine Urananreicherung in der Anlage in Isfahan teilweise wieder aufzunehmen, kategorisch abgelehnt.

"Wir haben nicht die Absicht, die Verhandlungen mit der EU abzubrechen und versuchen weiter, eine geeignete Lösung zu finden, erwarten aber, dass unsere europäischen Freunde sich keinem politischen Druck beugen", sagte Chatami. Seine Äußerung wurde als Anspielung auf angeblichen Druck der USA auf die EU angesehen, Irans Forderungen nach einer Wiederaufnahme der Nuklearaktivitäten nicht nachzugeben.