Commerzbank wieder Übernahme-Ziel

Dennoch fürchten HBV-Mitarbeiter um ihre Jobs. "Uns wäre es lieber gewesen, die HypoVereinsbank bleibt eigenständig", sagte Klaus Grünewald. Er vertritt im Aufsichtsrat der Bank die rund 57.000 Arbeitnehmer. Dennoch hält Grünewald die mögliche Übernahme durch UniCredito immer noch für eine bessere Lösung als etwa der Zusammenschluss mit der oft als Übernahmekandidat genannten Commerzbank. "Managementmäßig und für die Mitarbeiter wäre eine Fusion mit der Commerzbank eine blanke Katastrophe gewesen", sagte Grünewald. Bei einem innerdeutschen Zusammenschluss wäre der Druck, Arbeitsplätze abzubauen, deutlich größer.

Bei der Commerzbank rechnet man unterdessen mit weiteren Übernahmeversuchen. "Manches andere europäische Institut wird sich Gedanken machen, wie es sich am attraktiven deutschen Markt beteiligen kann", sagte Commerzbank-Sprecher Peter Pietsch am Montag. Zwar hatte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte jüngst verkündet: "An einem Wiederaufflackern dieser Diskussion sind wir nicht interessiert, die Commerzbank geht ihren eigenen Weg", und bekräftigt: "Die Commerzbank ist als selbstständiges Institut so positioniert, dass wir auch in Zukunft auf eigenen Füßen stehen können."

Zweite Chance für Deutschbanker?

Doch das Wall Street Journal Europe berichtete am Montag, die Deutsche Bank bereite gemeinsam mit den Konkurrenten Royal Bank of Scotland, BNP Paribas und Société Générale die Übernahme der Frankfurter Bank vor. Noch gebe es aber keine konkreten Offerten oder gar Verhandlungen. Die Führung der Deutsche Bank hatte vor zwei Wochen bestätigt, zusätzlich zur Ausweitung der eigenen Geschäfte auch gezielt hinzukaufen zu wollen. Von der Übernahme einer anderen Bank war damals jedoch keine Rede gewesen.

In der Vergangenheit war das größte deutsche Finanzinstitut mit dem Versuch, einen deutschen Konkurrenten zu übernehmen, schon einmal gescheitert. Im Sommer 2000 misslang die Fusion mit der Dresdner Bank. Auch ein Zusammenschluss von Commerzbank und Dresdner Bank hatte später keinen Erfolg. Heute gehört die Dresdner Bank zum Allianz-Konzern.