Die Stimmen, die bereits vor hundert Jahren tönten und jetzt wieder, dass Frauen doch längst gleichberechtigt seien, sind heute ebenso falsch wie damals. Dazu muss man sich einfach nur die Realitäten vor Augen führen. Doch wer trägt die Schuld? Die Politik der Konservativen, die am Ehegattensplitting und damit am Einverdienerhaushalt festhalten? Männer, die nicht in der Lage sind, neue Rollen einzuüben? Frauen, die sich in der Bequemlichkeit eines unselbstständigen Lebens wohlfühlen und Abzockermentalität als neues weibliches Selbstbewusstsein interpretieren?

Wer Emanzipation als reines Frauenprojekt betrachtet, vergisst, dass Emanzipation die Befreiung von gesellschaftlichen Normen ist, die Männer ebenso betreffen. Daher sollten sie sich mit an die Spitze einer neuen Emanzipationsbewegung setzen. Emanzen wollen niemanden übervorteilen, sie fordern eine Gerechtigkeit ein, die auch den Männern zugute kommt.

GREGOR SIMON, GRÜNE JUGEND LAMPERTHEIM

Ärgerlich, dass Sie die interessante Serie mit dem weiblichen Weichspülappell abschließen, Frauen sollten nicht allzu unsensibel auftrumpfen gegenüber den Männern! Das können wir uns leisten, wenn wir schwedische Verhältnisse haben. Solange wir neidisch nach Norden blicken und junge Familien dorthin auswandern(!), sollten wir lieber etwas unsensibel sein und Druck machen.

BRIGITTE NAUHAUS-HOFSCHEN DARMSTADT