DIE ZEIT: Frau Schneider, Sie waren in den siebziger Jahren eine erfolgreiche Rocksängerin in den USA, und plötzlich zogen Sie nach Deutschland. Warum?

Helen Schneider: Es gab eigentlich zwei Gründe: Zum einen bekam ich eine Show-Einladung von Alfred Biolek nach Deutschland. Zum anderen hatte ich das Bedürfnis, aus den USA zu fliehen.

ZEIT: Sie wollten fliehen? Wovor?

Schneider: Das war so: Ich hatte einen Manager. Ein wirklich mächtiger Mann in den Staaten.

ZEIT: Sie wollen seinen Namen nicht nennen?

Schneider: Nein, ich will keinen Ärger mehr mit ihm. Ich will Frieden. Na ja, mich hatte er jedenfalls in einer Spelunke in New York gesehen, Trudy Hallas, einem ehemaligen Transvestitenlokal. Und er hat mich unter Vertrag genommen, stellen Sie sich das vor. Ich dachte, das ist mein großes Los. Es lief auch zunächst gut. Wir machten zwei Platten, aber dann ging es nicht so richtig weiter. Ich wollte mich und meine Musik verändern. Er wollte das nicht. Dann fragte ich ihn, ob wir nicht unseren Vertrag auflösen wollten.

ZEIT: Und was sagte er?