Ich war im Olympiastadion am Samstag und machte mich gleich nach dem Abpfiff auf den Weg zur U-Bahn. Ich war bestens gelaunt (trotz des Schiedsrichters), wir hatten gewonnen, und wir hatten es verdient. In der U-Bahn war ich der einzige Bayern-Fan unter sehr vielen Schalkern. Diese Schalke-Fans trugen Tattoos, hatten kahl rasierte Schädel und einen merkwürdig glasigen Blick. Ihre Augen hatten Sonnenbrand. Zieh deine Mundwinkel nach unten, dachte ich, senke deinen Blick, jetzt nur nicht durch gute Laune auffallen.

Ich war feige. Optisch war ich nicht als Bayern-Fan identifizierbar. Dann sagte einer der kahl rasierten Schädel zum anderen: "Die Bayern waren besser." Was folgte, war eine präzise Analyse des Spiels: "Stimmt, bei uns war nur der Lincoln gut." – "Die Anderen haben verdient gewonnen, mehr war nicht drin." – "Von Ailton habe ich nix gesehen." Ich nickte den Schalkern kurz zu und stieg in der Bismarckstraße um. Auf dem Weg nach Hause gingen mir die Bilder des Spiels durch den Kopf, das Handspiel von Vermant, die Sprints von Makaay und die Rasensprenger, die während des Spiels losspritzten. Vielleicht war ihnen genauso langweilig wie den Fans. Zwei Fragen zum Schluss: Wird die nächste Saison spannender? Und wann geht Ailton?