Mein Sohn hat gesagt, das letzte Tor der Bayern war Abseits. Das stimmt. Aber das war nicht der Grund für die Niederlage im Finale. Die Bayern haben einfach den besseren Fußball gespielt. Im Pokal und meist auch in der Meisterschaft. Einerseits. Andererseits konnten mein Sohn und ich am Rande des Endspiels wieder lernen, warum den Bayern immer etwas Unsympathisches anhaftet. Eine Truppe von FCB-Fans in Lederhosen skandierte vom ersten Rang auf die Schalker nieder: "Wir haben Arbeit – und ihr nicht!" Nun rufen die Fans aller Vereine öfter mal hässliche und ordinäre Sachen. Aber dieser Spruch ist im Reigen der Widerwärtigkeiten schon etwas Besonderes. Die Schalker sind es gewohnt, wegen der wirtschaftlichen und sozialen Lage in Gelsenkirchen verhöhnt zu werden. Man ruft sie Ruhrpott-Kanaken. Dem setzen die Schalker ein trotziges "Na und" entgegen. Auch am Samstag sangen sie nach der Melodie von Quantanamera: "Ruhrpott-Kanaken – wir sind die Ruhrpott-Kanaken!" Friedrich Küppersbusch hat letztens behauptet, Kölner Fans seien zur Ironie fähig, Schalker aber nicht. Ich finde, das kann man so nicht sagen. Wenn es hart auf hart kommt, können wir das auch. So, und nun freuen wir uns auf die nächste Saison. Ach, äh, möchte jemand Ailton kaufen?