DIE ZEIT: Herr Mayer-Vorfelder, muss der Bundestrainer nach Deutschland umziehen, wie Uli Hoeneß dies fordert?

Gerhard Mayer-Vorfelder: Dafür besteht derzeit kein Anlass. Jürgen Klinsmann und sein Trainerstab gehören einer neuen Generation an, sie arbeiten mit anderen Mitteln der Kommunikation als ihre Vorgänger. Das Internet ist für sie ein Leitmedium. Damit erreicht er die Spieler, genau so, als wenn Klinsmann hier vor Ort wäre. Sie sind jünger und moderner - auch als Uli Hoeneß.

ZEIT: Auch als der DFB?

Mayer-Vorfelder: Natürlich gibt es auch in unserem Verband Empfindlichkeiten, vor allem, was das Tempo betrifft, das Klinsmann bei den Strukturveränderungen angeschlagen hat. Aber der Zeitdruck spielt ihm in die Hände. Wenn wir bei der WM 2006 etwas erreichen wollen, können wir nicht alle Entscheidungen über Wochen in den Gremien diskutieren.

ZEIT: Für viele ging die Art und Weise, wie Klinsmann mit Sepp Maier und anderen verdienten Mitarbeitern umgegangen ist, zu weit.

Mayer-Vorfelder: Wenn ein neuer Trainer kommt, dann hat er das Recht, dass er - aus seiner Sicht - optimal arbeiten kann. Dies zu gewährleisten, sehe ich als meine Aufgabe. Alles andere muss dahinter zurückstehen.

ZEIT: Wurden Sie von einzelnen Aktionen der letzten Monate überrascht?