Während sich kluge Ökonomen dem Konjunkturpessimismus hingeben, gibt es neue Hoffnung für die deutsche Wirtschaft. Natürlich kommt sie aus Großbritannien, Europas Wirtschaftswunderland Nummer eins. Den Briten geht es so gut, dass sie tolle Pläne schmieden. Zum Beispiel braucht das Land einen neuen Masterplan für sein Verkehrsnetz, und jetzt träumen die Briten davon, dass der Transrapid bald von London über Edinburgh nach Glasgow saust. Satte 16 Milliarden Pfund wären da drin für Siemens und Thyssen-Krupp. Außerdem denkt man in London über ein von Satelliten gesteuertes Mautsystem nach, das jeden gefahrenen Kilometer im ganzen Land abrechnet. Da müsste sich Toll Collect gar nicht schämen, wenn die Technologie nicht ganz ausgereift wäre. Den Briten ist Perfektion nicht so wichtig. Beim Bau eines neuen U-Bahn-Tunnels bohrten die Ingenieure vor einigen Jahren glatt aneinander vorbei.

Aber nicht zu früh freuen! Denn die Briten neigen auch zur Utopie. Als sie in den Fünfzigern schon einmal ein neues Konzept für ihre Infrastruktur erdachten, entschlossen sie sich, auf Investitionen in das Straßennetz ganz zu verzichten. Bis zur Jahrtausendwende, so glaubten sie, würde man sich mit allerlei Flugobjekten fortbewegen. Vielleicht sollte VW den neuen Fox lieber mit Propellern bauen.