Mit der Ankündigung, bald Intel-Prozessoren in seine Rechner einzubauen, ist der Computerbauer Apple ein hohes Risiko eingegangen. Das Unternehmen will die ersten Modelle der neuen Mac-Generation erst Mitte 2006 auf den Markt bringen. Branchenexperten befürchten nun, dass viele Kunden mit dem Kauf eines neuen Apple-Computers so lange warten, weil sie nicht in eine alte Technologie investieren wollen. Der Marktanteil des Konzerns könnte dadurch empfindlich schrumpfen - noch beträgt er weltweit etwa drei Prozent.

Apple-Chef Steve Jobs hatte nach wochenlang anhaltenden Gerüchten am Montagabend verkündet, künftig auf Prozessoren des jetzigen Lieferanten IBM zu verzichten. Damit gibt das Unternehmen den Sonderstatus auf, den es 21 Jahre lang in der Computerindustrie hatte. Als einziger Hersteller baute es bislang Rechner ohne Intel- und Windows-kompatibles Innenleben. Der Umstieg ist für den Computerhersteller ein Befreiungsschlag. IBM hatte es trotz wiederholter Beteuerungen bis zuletzt nicht geschafft, schnelle Chips etwa für Notebooks zu liefern.

Damit der Wechsel reibungslos gelingt, sind freilich noch ein paar Hürden zu überwinden. So muss Apple Vorkehrungen treffen, dass sein viel gerühmtes Betriebssystem, wenn es erst einmal für Computer mit Intel-Prozessoren zu haben ist, nicht auch auf Geräten anderer Hersteller landet. Denn die gute Bedienbarkeit und Stabilität des Programms sind bisher eines der wichtigsten Verkaufsargumente für Apple-Computer.

Zudem muss das Unternehmen möglichst viele Programmierer dazu bewegen, ihre Anwendungen fit für die neue Mac-Generation zu machen. Große Hersteller wie Adobe und Microsoft haben das zwar bereits angekündigt. Entscheidend für einen erfolgreiche Partnerschaft mit Intel dürfte aber auch sein, ob die Tausenden kleinen Mac-Programmierer mitziehen.