Herr de Vaudrey, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Reisende in Regionen zu bringen, von denen als Reiseziel abgeraten wird?

Ich habe als Journalist gearbeitet und bin dabei hauptsächlich in Ländern gereist, in denen es politische Unruhen, Instabilität und Naturkatastrophen gab. Darüber habe ich geschrieben und später auch Vorträge gehalten. Von Zuhörern wurde ich gefragt, ob ich Reisen in diese Regionen organisieren könnte, in Gegenden, in die sie kein klassischer Reiseveranstalter bringt.

Ich fing mit Touren nach Nordkorea an, wo ich eine Zeit lang gelebt habe.

Diese Reisen waren ein Erfolg, und so entwickelte ich Touren, bei denen die Kunden erfahren, in welchen politischen und kulturellen Strukturen sie sich bewegen.

Was sind das für Leute, die ausgerechnet nach Nordkorea, nach Mindanao oder in den Sudan wollen?

Ich entwerfe Touren hauptsächlich für den französischen Veranstalter Cosmopolis. Dafür interessieren sich Politiker, Professoren, Journalisten, Historiker - neugierige Menschen, die die Welt besser verstehen wollen.

Aus welchen Ländern kommen diese Neugierigen?