Malcolm McLean gilt als Erfinder der perfekten Box. Dem Tycoon der amerikanischen Truckerwelt ging es um Kostenersparnis und Tempo. 1956 ließ er einen Tanker umbauen und stapelte über dem mit Öl voll gepumpten Schiffsbauch 58 Behälter: Ideal X taufte er das weltweit erste Containerschiff.

Die Boxen an Bord der Ideal X maßen 35 Fuß und machten sich als erste genormte Lkw-Ladung auf den Seeweg - ihre Reise führte sie von Newark, New Jersey, nach Houston, Texas. Heute ist bei Containern das 20-Fuß-Maß üblich, entsprechend bemisst sich die Ladekapazität der Schiffe in Twenty-foot Equivalent Units (TEU). Die Stahlboxen verwandeln Baumwolle, Fernsehgeräte oder Wassermelonen in stapelbare Ware, es gibt sie auch in doppelter Größe als 40-Fuß-Container. Mit sicherem Blick für schnelle, simple Logistik zwischen Land und See nannte McLean sein Unternehmen von 1960 an SeaLand.

Sechs Jahre später standen die ersten Container aus den USA im Hafen von Bremen. Kleinere Küsten-Containerschiffe sollten die TEU von nun an auf ganz Europa verteilen.

Das erste europäische Charter-Containerschiff läuft 1966 bei der Hamburger Sietas-Werft für den Reeder Jürgen Heinrich Breuer vom Stapel, der es sogleich an die irische Bell Line vermietet. Der Kombifrachter namens Bell Vanguard bietet den ersten Haus-zu-Haus-Service für Normboxen und Holzbündel zwischen der Grünen Insel und dem Kontinent. Der Verlader packte die Kisten ein, der Reeder organisierte die Ablieferung der versiegelten Behälter beim Empfänger. Das moderne Zubringerkonzept war geboren und mit ihm der europäische Container-Chartermarkt.

Seit den siebziger Jahren werden immer mehr Containerschiffe dank massiver Hilfe der deutschen Schiffsfonds gebaut. Und die Branche befindet sich im Größentaumel: Das mit 10 000 TEU bislang größte Schiff wird 2008 bei der koreanischen Werft Hyundai Heavy Industries vom Stapel laufen - und für die chinesische Reederei Cosco fahren.