Wieder einmal ist es Hollywood, das den Generationenkonflikt teuflisch aufheizt. Ein Horrorfilm mit dem Titel Die Eltern, auf dem Plakat in feuerroten Lettern gemalt, aus denen es gelb wie Eiter tropft, darunter ein verängstigtes Häuflein Kinder vor dräuendem Horizont, den ein Schattenriss ihrer schauerlichen Erzeuger fast gänzlich verdüstert. Die Eltern – verbittert, brutal, beschränkt, verkündet das Plakat in Flammenschrift, und weiter unten, in einer zittrigen Schülerschrift: die Kinder – verängstigt, einsam, verfolgt. Weiter lässt sich Hasspropaganda auf Erziehungsberechtigte kaum treiben, zumal in den Ecken des Plakates noch ein satanisch grinsender Lehrer und ein Polizist mit warnend erhobenem Handy erscheinen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat schon Klage wegen Missbrauchs der Kunstfreiheit erhoben. "Berufsgruppenrassismus" lautet das Argument der GEW. Wir hielten "Kommunikationsrassismus" für angemessener. Denn es sind ja auch Telefonanbieter, denen der Film eine teuflische Rolle zuschiebt, überhaupt alle Telekonzerne, und wenn man den Verlautbarungen der Traumfabrik glauben möchte (Albtraumfabrik wäre wohl angemessener!), dann wird der Folgefilm schon gedreht: Die Eltern kommen zurück. Untertitel: Jetzt noch brutaler und beschränkter. Wir haben das Drehbuch schon gelesen, allerdings ohne seine Verwirklichung für möglich zu halten. Der Plot: Die Kinder sind aus dem Haus geflohen und haben vom Handy aus durch geschickt eingesetzte Klingeltöne die Eltern ins Gefängnis gebracht (Rückblende), nun aber sind die Eltern ausgebrochen und ziehen marodierend durch das Land, um ihre Kinder einzufangen, mit Walkie-Talkies und Babyfonen ausgerüstet, deren Gebrauch ihnen durch Dauerwerbesendungen im Knast vermittelt wurde. Der Vater grunzt in einem fort, "Die hör ich ab", die Mutter kreischt, "Ich verstrahl sie wie Hummer", und beide zusammen: "Kinderquieken soll Musik auf unseren Handys sein." Die Kinder unterdessen, zitternd und zerlumpt, haben in dem heruntergekommenen Haus eine Elternfalle aus kunstvoll gefalteten Hartz-IV-Formularen aufgestellt und warten nun in sicherer Entfernung an einem Computer, der über Bluetooth-Schnittstelle mit der Falle kommuniziert, auf die Wirkung dieses raffinierten ProductPlacements. Wir aber sind uns leider sicher: Damit ist noch lange nicht