Gefragt

Ihre European School of Business belegt im CHE-Hochschul-Ranking einen Spitzenplatz. Was machen Sie besser als die anderen?

Auf einen unserer Studienplätze kommen jedes Jahr zehn Bewerber, wir können uns unsere Studenten also gezielt aussuchen. Und wir haben beste Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen wie Daimler, Procter & Gamble oder McKinsey, die eng mit uns kooperieren. Unsere Dozenten haben hervorragende didaktische Fähigkeiten und können mindestens fünf Jahre wirtschaftliche Praxis vorweisen.

Reutlingen klingt nicht gerade nach großer, weiter Welt ...

Die meisten Spitzenprogramme in der BWL finden sich in Orten wie Oestrich-Winkel, St. Gallen, Vallendar oder Reutlingen - also fernab von Weltmetropolen. Dass ein derart modernes Bildungskonzept wie das Internationale Doppeldiplom, bei dem die Studenten die Hälfte ihrer Studienzeit an einer ausländischen Partneruniversität verbringen, gerade hier umgesetzt werden konnte, ist reiner Zufall. Innerhalb der BWL und für Personalleiter und Headhunter ist Reutlingen inzwischen aber alles andere als ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das haben wir auch unserem MBA-Programm zu verdanken, das seit 20 Jahren Wirtschaftsführungskräfte aus 30 Nationen ausbildet.

Volkswirte werfen der BWL gern vor, keine Wissenschaft, sondern ein Handwerk zu sein.

Die BWL hat in der Tat einen sehr hohen Anwendungsbezug, was wir aber eher als Vorteil gegenüber der VWL sehen. Akademisch gesehen, stimmt der Vorwurf jedoch nicht: Wir haben in der BWL genauso viele Promotionen wie in der VWL.

Und letztlich gilt ja auch ein großer Teil unseres Curriculums der Volkswirtschaftslehre, vor allem ihren internationalen Aspekten.

Gefragt

Ziel eines Betriebswirtes ist die Gewinnmaximierung. Wo bleibt da der Mensch?

Einem guten Betriebswirt geht es ja nicht allein um den Shareholder-Value, also den Wert für einen Anteilseigner. Unsere Studenten müssen sich auch auf Themen wie Wirtschaftsethik einlassen, im Bereich Personalmanagement wird der Umgang mit Betriebsräten thematisiert, Aspekte der Globalisierung und betriebswirtschaftliche Ansätze anderer Kulturen werden behandelt.

Treibt BWL-Studenten die Vision, möglichst schnell die erste Million zu machen?

Wer nur so denkt, ist bei uns an der falschen Adresse. Wir achten stark auf die sozialen Kompetenzen unserer Studenten, soziales Engagement gehört auch zu unseren Auswahlkriterien. Unsere Studenten verbringen zwei Jahre im Ausland, müssen sich dort orientieren, durchsetzen und anpassen. Nur fachlich gut zu sein reicht da nicht. Und wir legen Wert darauf, dass die ausländischen Studenten, die zu uns nach Reutlingen kommen, durch Teamarbeit unterstützt werden. Einzelkämpfer sind hier nicht gerne gesehen.

Zu sozial darf man als Betriebswirt dennoch nicht sein. Schließlich muss man ja im Zweifel auch Menschen entlassen können.

Natürlich können unsere Absolventen konsequent betriebswirtschaftlich denken und handeln. Trotzdem achten wir auf starke Erdung in der Realität.

Verhindert das kurze Fachhochschulstudium nicht eine mögliche wissenschaftliche Karriere ihrer Spitzenstudenten?

Gefragt

Keineswegs. Nach ihrem Abschluss in Reutlingen promovieren viele unserer Studenten an den internationalen Topuniversitäten. Dabei profitieren sie in ihrem wissenschaftlichen Werdegang vom guten Ruf unserer Hochschule - auch im Ausland.

INTERVIEW: ALENA SCHRÖDER

Weitere Informationen zum Ranking im Internet: www.zeit.de/studium/bwl