Mit dieser Reportage haben Sie eine Analyse der Landtagswahlthemen und des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen versucht. Was der Autorin in Bezug auf den Wahlkampf gelungen sein mag, ist leider im Zusammenhang mit der Stadt Gelsenkirchen mit einem dicken Fragezeichen versehen. In dem Beitrag werden die alten Klischees wiederholt.

Natürlich hat die Stadt Probleme, aber welche Stadt hat die nicht? Leider unterschlägt der Beitrag die vielen Erfolge der Stadt im Strukturwandel. Die Wirtschaftswoche ermittelte im INSM-Städte-Ranking einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner um 18,2 Prozent. Das ist der Spitzenplatz unter den Großstädten in Deutschland. Die Produktivität stieg in Gelsenkirchen um 14,4 Prozent, auch das bedeutet Platz 1 im Ranking.

In Gelsenkirchen will niemand Kohle und Stahl verleugnen. Die Montanindustrie hat die Stadt groß gemacht, ihr allerdings auch große Wunden zugefügt. Das Image der von Elendsquartieren geprägten Stadt stimmt nicht, sorgt aber in Verhandlungen mit Wirtschaftsunternehmen für erhebliche Standortnachteile.

FRANK BARANOWSKI, OBERBÜRGERMEISTER GELSENKIRCHEN