BC Partners ist zwar der maßgebliche Investor, übernimmt aber nur rund 38 Prozent der Anteile. Mit im Boot befinden sich auch deutsche Geldgeber, etwa die Offene Unternehmensbeteiligungs-AG der HypoVereinsbank. Finanzinvestoren wie BC Partners sitzen zudem mehr aus praktischen Gründen in Steueroasen: Wie in einem Freihafen sammeln sie dort die Milliarden ihrer Geldgeber – Pensionsfonds, Banken oder Versicherungen –, leiten sie in die gekauften Firmen und nach deren Verkauf auch wieder zurück. Versteuern muss die Kapitalerträge dann jeder Investor in der Heimat.

Der Kaufpreis für Grohe: insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Rund 390 Millionen Euro Eigenkapital steckt BC Partners zusammen mit anderen Investoren in Grohe, weitere 800 Millionen kommen als Darlehen von den Banken, vor allem von der Dresdner Bank und der HypoVereinsbank. Sie reichen die Kredite später an mehr als 20 Banken weiter.

Akt zwei beginnt, nachdem die neuen Eigentümer Grohe von der Börse nehmen. Die Kooperation mit BC Partners gilt vielen bis heute als Modellfall. "Wir sind freier, als wir es jemals waren", sagt Vorstandschef Peter Körfer-Schün anno 2001. Er hat die Marke Grohe aufgebaut, die für hohe Preise, aber auch für hohe Qualität steht. Schon damals produziert das Unternehmen in Kanada, Thailand und Portugal, der Anteil des im Ausland erzielten Umsatzes steigt stetig. 2001 liegt er bereits bei gut 72Prozent. Das hilft Grohe, das schrumpfende Deutschlandgeschäft zu kompensieren.

BC Partners modernisiert derweil die Organisation: Neue Produkte kommen schneller auf den Markt, gleichzeitig stellt Grohe immer neue Varianten an Duschköpfen und Wasserhähnen her. Die Forschungsausgaben steigen. Die interne EDV wird aufgerüstet, die Höhe der Investitionen bewegt sich Jahr für Jahr um 40 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter pendelt um die 5800. Schon damals verschieben sich die Gewichte zwar in Richtung Ausland: Kleinere Werke in Deutschland werden zusammengeführt, der Vertrieb im Ausland und das Werk in Portugal werden ausgebaut. Allerdings geräuschlos. "Unter BC Partners haben Vorstand und Betriebsrat eng zusammengearbeitet", sagt Gesamtbetriebsratschef Peter Paulokat heute. Im Nachhinein zeigen sich Unterschiede zwischen dem damaligen europäischen und dem jetzigen US-Investor. "Der Ton war anders, es gab nicht diese Konflikte wie heute", so die IG Metall.

Lange Zeit zieht BC Partners auch kein Geld aus dem Unternehmen. Erst 2003 zahlt Grohe Teile des von den Gesellschaftern eingebrachten Eigenkapitals zurück – inklusive Zinsen 200 Millionen Euro.