In der deutschen Bevölkerung sitze das Unbehagen gegenüber der Marktwirtschaft und der Rolle von Unternehmern tief, beklagt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in seinem jüngsten Rundbrief. Die Publikation heißt Argumente und will für mehr Aufklärung sorgen, denn: Die ablehnende Haltung der Deutschen würde aus dem mangelnden Verständnis ökonomischer Zusammenhänge gespeist. Missverständnisse vergifteten momentan die Atmosphäre.

Es folgt ein betriebswirtschaftlicher Grundkurs: Eine Firma stelle nur dann neue Mitarbeiter ein, solange sie Gewinne erwirtschafte. Wenn sie ein Minus mache, entlasse sie die Beschäftigten wieder. Kein Wort über jene Konzerne, die trotz steigender Renditen massenhaft Jobs abbauen.

Eine Grafik belehrt die unwissenden Deutschen, dass die gewerbliche Wirtschaft hierzulande in einem weltweiten Vergleich der Umsatzrenditen nicht nur ganz weit hinten liegt, sondern auch noch ein Minus verzeichnet. Nur bei genauer Betrachtung stellt sich dann im Kleingedruckten heraus, dass die Zahlen für Deutschland aus dem Jahre 2002 datieren. Ausgerechnet in den Folgejahren aber gab es in weiten Kreisen der Industrie eine Gewinnexplosion.

Es gibt keine neueren Zahlen, sagt Klaus-Heiner Röhl, Mitarbeiter bei den Argumenten. Außerdem räumt er noch ein, dass der Vergleich verzerrt sein könnte. Man warte noch auf die Ergebnisse der deutschen Bundesbank und rechne durchaus damit, dass die Rendite für deutsche Unternehmen auch schon für das Jahr 2002 positiv gewesen sein könnte.