Oft wird kritisiert, dass Finanzinvestoren das Eigenkapital herunterfahren und Firmen mit Schulden überladen. Die Eigenkapitalquote jedoch gilt bei Investoren nicht als sonderlich aussagekräftig. Ein Gesellschafterdarlehen etwa zählt die Finanzwelt zum Eigenkapital, auch wenn die Bilanz es nicht als solches ausweist. So fällt die Quote bei Grohe 2003 in den einstelligen Bereich – die Quote mit Gesellschafterdarlehen indes soll noch nach der Teilrückzahlung über 50 Prozent gelegen haben.

Die Finanztechnik lässt sich zum Wohl des Unternehmens einsetzen – oder zu seinem Schaden. Die öffentliche Kritik, dass Firmen die Kredite für ihre Übernahme selbst abzahlen müssten und ausgepresst würden, stimmt so pauschal nicht. In den Augen von Finanzinvestoren ist der Gewinn nach Steuern, der durch die Zins- und Tilgungszahlungen wie bei Grohe oft zum Verlust wird, nicht interessant. Sie spekulieren nicht auf Dividenden. Ihre im Idealfall zweistellige jährliche Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital ergibt sich erst nach Jahren aus dem Verkauf. Als Richtgröße für den Firmenwert gilt das EBITDA, das Ergebnis vor Zinszahlungen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, das international vergleichbar macht, wie ertragsstark ein Unternehmen ist, wie viel Schulden es tragen und ob es die für Wachstum nötigen Investitionen zahlen kann. Das EBITDA ist zu steigern, indem man – kurzfristig – Kosten senkt und – langfristig – den Umsatz erhöht. Der erste Investor bei Grohe schafft beides. Nach 1999 steigen Ergebnis und Umsatz. sto