ZEIT- Leser hatten schon häufiger Gelegenheit, Christoph Dieckmanns Blues vom FC Carl Zeiss Jena zu lauschen. Vier Jahre lang musste der ruhmbedeckte Thüringer Verein Ostdeutschlands Oberliga-Äcker pflügen, von Pößneck bis Plauen, von Meuselwitz bis Halberstadt (wo er prompt 0:3 einging). Dreimal schrammte man am Aufstieg in die Regionalliga vorbei. Im vierten Jahr hat Jena die Liga mit 108 Treffern pulverisiert und in der Relegation, dieser Ostschikane des DFB, den wackeren MSV Neuruppin 2:0 und 2:1 geschlagen. Mehr Glück ging nicht als vorigen Samstag in Jena. Zehntausend stürmten das Ernst-Abbe-Sportfeld, die Pappeln schneiten, das Bier strömte durchs Saaletal, und in Belfast jubelte der Ur-Zeissianer Bernd Schneider. Ach, und der sagenumwobene Olaf Holetschek trat seinen letzten Ball. Jenas Jugend übernimmt. Der Ostfußball lebt – mit großem Herzen und auf kleinem Fuß. Und nun auf nach St. Pauli!