Familiennamen sind mehr als ein Erkennungszeichen. Sie sind Teil der Identität ihrer Träger. Trotzdem sollen sie in Dänemark ihre alte Bedeutung verlieren. Denn Familienminister Lars Barfoed beabsichtigt, ein Gesetz zur fast vollkommenen Wahlfreiheit bei Familiennamen in den Folketing einzubringen. Da sich jeder Däne an seiner zehnstelligen Sozialversicherungsnummer identifizieren lässt, ist es schon jetzt leicht möglich, den Namen zu ändern. Bisher waren aber die Namen adeliger oder sonstwie bedeutsamer Geschlechter davon ausgenommen. Dass das nun anders werden soll, hat die Initiative Mein Familienname auf den Plan gerufen, aus deren Sicht die Regierung mehr als 1000 Dänen ihr angestammtes Recht stehlen will. Es dürfte die Angehörigen erlauchter Familien wenig trösten, dass auch ihnen immer noch die individuelle Sozialversicherungsnummer bleibt.