Dürfen auch deutsche Mediziner an Hirntoten forschen? Sie dürfen, obwohl die Frage nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt ist. In diesem Fall kämen die Vorschriften des Transplantationsgesetzes zur Anwendung, erklärt der Mannheimer Rechtsprofessor Jochen Taupitz, der dem Nationalen Ethikrat angehört. Zulässig sei die Forschung an Hirntoten, wenn der Verstorbene zuvor sein Einverständnis erklärt habe. Hat der Tote keine Erklärung hinterlassen, so können die nächsten Angehörigen eine Entscheidung treffen, sagt Taupitz.

Sie müssen sich dabei am mutmaßlichen Willen des Verstorbenen orientieren.

In welchem Ausmaß in Deutschland an Hirntoten geforscht wird, ist unklar. Die Projekte werden nicht zentral erfasst, auch nicht bei der Bundesärztekammer in Berlin. Die regionalen Ethikkommissionen aber sind formal nur für Forschung an lebenden Patienten zuständig, sagt der Münchner Neurologe und Hirntod-Experte Heinz Angstwurm. Meines Wissens gibt es keine deutschen Forschungsprojekte an Hirntoten. Nur vier Bundesländer haben den medizinischen Umgang mit Leichen geregelt: Berlin und Hamburg in den Sektionsgesetzen, Brandenburg und NRW im Bestattungsgesetz.