Nun also doch: Die Deutsche Bank überlegt nach der Übernahme der Hypo-Vereinsbank (HVB) durch die italienische UniCredito , ob sie nicht zukaufen sollte. "Wir sind bereit, in allen Märkten, in denen wir schon vertreten sind, und auch in neuen Märkten Banken zu übernehmen, etwa in den potenzialstarken Schwellenländern", sagte Vorstandssprecher Josef Ackermann dem Handelsblatt. Ackermann betonte, dies schließe selbstverständlich Deutschland mit ein.

Noch im vergangenen Monat hatte Ackermann betont, die Bank wolle die ambitionierten Renditeziele , die der Vorstandssprecher gesetzt hatte, aus eigener Kraft erreichen, ohne weitere Unternehmen zu kaufen. In den vergangenen Jahren waren zudem zwei Übernahmeversuche der Deutschen Bank gescheitert. Zunächst platzte die Fusion mit der Dresdner Bank, im vergangenen Jahr gelang es den Deutschbankern nicht, die Postbank zu übernehmen.

Zweiter Versuch bei Postbank?

Nach dem Zusammenschluss von UniCredito und HVB hat sich jedoch der Druck auf den Branchenprimus nach Meinung vieler Analysten noch einmal erhöht. Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass ausländische Konzerne gefallen daran finden könnten, die Bank zu übernehmen.

Gemessen am Börsenwert von knapp 42 Milliarden Euro ist UniCredito nach dem Zusammenschluss mit der HVB jetzt deutlich größer als die Deutsche Bank. Über eine Konsolidierung am deutschen Bankenmarkt wird seit längerem diskutiert, wobei vor allem die Postbank und die Commerzbank als Übernahmekandidaten gelten.

An der Postbank hat Ackermann offenbar nach wie vor Interesse. Im vergangenen Jahr sei die Transaktion gescheitert, weil die Pläne viel zu früh in die Öffentlichkeit gerieten und die Zeit zu knapp war, sagte der Vorstandsprecher nun. Strategisch wäre der Kauf aber eine gute Transaktion gewesen. Auf die Frage, ob damit das Thema Postbank für ihn erledigt sei, antwortete Ackermann: "Das müssen Sie die Post AG fragen. Dass die strategische Perspektive gut wäre, gilt weiterhin."

Post reagiert ablehnend