Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) haben am Samstag in London ihre Gespräche über einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt fortgesetzt. Der britische Finanzminister Gordon Brown, der zu dem Treffen eingeladen hatte, zeigte sich zuversichtlich, eine Einigung zu erzielen. Es gebe "den politischen Willen der reichsten Länder voranzukommen", sagte der Minister am Freitagabend. Die Ministerrunde bereitet den G8-Gipfel Anfang Juli im schottischen Gleneagles vor. Dort ist der Schuldenerlass Hauptthema.Bundesfinanzminister Hans Eichel äußerte sich allerdings wenig optimistisch. "Ich glaube nicht, dass wir hier zu einer Einigung kommen", sagte er vor der eigentlichen Verhandlungsrunde. Eine Annäherung sei allerdings nicht ausgeschlossen, ein Ergebnis müsse im Juli in Schottland erreicht werden.Ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington bestätigte nach Angaben der BBC, dass sich Großbritannien und die USA intern auf einen Schuldenerlass geeinigt haben. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Nach einem Zeitungsbericht der "New York Times" sollen danach 18 Ländern Schulden in Höhe von 16,7 Milliarden Dollar erlassen werden, darunter bei der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und regionalen Entwicklungsbanken.Insgesamt lagen die Meinungen der G7-Länder USA und Großbritannien sowie Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien und Japan vor dem Treffen noch deutlich auseinander. Deutschland lehnt einen 100- prozentigen pauschalen Erlass der Schulden für die betroffenen Staaten ab. Gemeinsam mit Frankreich und Japan will Deutschland außerdem bestimmte Kriterien, wie etwa eine "gute Regierungsführung", an finanzielle Zugeständnisse knüpfen.