Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat zu einem bundesweiten "Tag der Integration" aufgerufen. Die Eingliederung von Zuwanderern soll damit erstmals am 25. September dieses Jahres besonders ins allgemeine Bewusstsein gehoben werden, sagte Schily bei der Preisverleihung des Wettbewerbs "Erfolgreiche Integration" am Montag in Berlin. Neben den Städten Stuttgart und Solingen zeichnete er den Kreis Hersfeld-Rotenburg (Hessen) und die niedersächsische Gemeinde Belm aus. An dem Wettbewerb des Bundesinnenministeriums und der Bertelsmann Stiftung hatten mehr als 100 Landkreise, Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland teilgenommen. Das Preisgeld betrug insgesamt 50 000 Euro. Schily sagte: "Gerade in den Kommunen wird sehr beachtliche Integrationsarbeit geleistet." Zuwanderung dürfe nicht als Belastung, sondern müsse als Gewinn für die Gesellschaft verstanden werden, betonte er. In Stuttgart wurde ein Gesamtkonzept ausgezeichnet, das Integrationspolitik als Standortfaktor für internationale Unternehmen begreift. Solingen bekam den Preis für ein interkulturelles Konzept mit aktiver Beteiligung von Zuwanderern. Hersfeld-Rotenburg und Belm stehen nach Ansicht der Jury für erfolgreiche Integrationspolitik im ländlichen Raum. Die Vorsitzende der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission "Zuwanderung", Rita Süssmuth, hat derweil eine positive Zwischenbilanz des Zuwanderungsgesetzes gezogen. Es war im Januar in Kraft getreten. Die Nachfrage nach den dabei eingeführten Integrationskursen sei hoch: Bis jetzt hätten sich bundesweit etwa 70 000 Ausländer und Spätaussiedler beteiligt, sagte die frühere Bundestagspräsidentin der dpa am Freitag in Offenbach. Darunter seien 50 000 Menschen, die schon länger in Deutschland lebten. "Zuwanderer wollen nicht nur Deutsch lernen, sondern sie wollen sich beruflich und gesellschaftlich integrieren", stellte die CDU- Politikerin fest. Probleme sehe sie aber nach wie vor bei der Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt. Sprachkurse alleine brächten die Integration in den Arbeitsmarkt nicht voran. "Vor allem müssen berufsbezogene Maßnahmen angeboten werden."Rund ein Fünftel der ausländischen Jugendlichen verlassen nach Worten der CDU-Politikerin die Schule ohne Abschluss. "Das muss sich unbedingt ändern. Entscheidend ist eine qualifizierte Berufsaus- und -weiterbildung", betonte Süssmuth. Für die kommenden Jahre sagte sie eine wachsende Bedeutung der Migranten für den Arbeitsmarkt voraus, da die demographische Entwicklung einen Mangel an Arbeitnehmern erwarten lasse.