Der SPD droht Ungemach von links. Die Vorsitzenden der PDS und der neuen Partei Wahlalternative für Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) haben sich auf ein Bündnis für die geplante Bundestagswahl im September geeinigt. Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine sagte am Freitag, er werde  für das angestrebte Linksbündnis kandidieren. Wenn es wirklich zu dem Bündnis komme, trete er an. Auch Gregor Gysi wird für die PDS in den Wahlkampf ziehen. 

Lothar Bisky (PDS) und Klaus Ernst (WASG) sagten am Freitagmorgen in Berlin, die Sondierungsgespräche beider Parteien seien "erfolgreich verlaufen". Danach sollen Mitglieder der WASG auf offenen Listen der PDS antreten. Im Gegenzug will die PDS eine Namensänderung prüfen. Eine Parteifusion soll es erst später geben.

Die PDS favorisiert angeblich für ein Bündnis den Namen Vereinigte Linke - PDS (VL-PDS). Das schreibt die Thüringer Allgemeine .

Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche sollen am Wochenende dem PDS-Parteivorstand und einer Versammlung aller Landesvorstände der WASG zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. Bisky und Ernst sagten: "PDS und WASG wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre ein neues Projekt der Linken in Deutschland auf den Weg bringen."

Das angestrebte Linksbündnis könnte sich gute Chancen bei einer vorgezogenen Bundestagswahl ausrechnen. Das ZDF-Politbarometer ergab, dass 18 Prozent der Wahlberechtigten sich vorstellen können, ein solches Linksbündnis zu wählen. Für 79 Prozent käme dies nicht in Frage. Dabei ziehen 15 Prozent der SPD- und 21 Prozent der Grünen-Anhänger eine solche Wahlentscheidung in Betracht, im Vergleich zu 7 Prozent der Unions- und 9 Prozent der FDP-Anhänger.