Kassel Die WASG hat einem Linksbündnis mit der PDS für eine geplante Bundestagsneuwahl im September grundsätzlich zugestimmt. Nach dem PDS-Vorstand machten auch die Spitzengremien der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit am Sonntag in Kassel den Weg frei für einen Zusammenschluss. Sabine Lösing, Bundesvorstandsmitglied, sagte nach den Beratungen: "Das war eine positive Stimmung heute. Eine überwältigende Mehrheit ist dafür." Die endgültige Entscheidung soll aber die Basis in den kommenden Wochen bei einer Urabstimmung treffen.

WASG-Vorstandsmitglied Klaus Ernst sagte, der Titel des Bündnisses sei noch offen. Die PDS will für WASG-Mitglieder ihre Listen für die Neuwahl öffnen. Ein Zusammenschluss beider Parteien ist erst in den nächsten zwei Jahren geplant. Der PDS-Vorschlag "Demokratische Linke/PDS" wurde in Kassel aber abgelehnt. Die WASG schlug den Titel "Demokratische Linke" vor. Über mögliche Zusätze müsse man mit der PDS verhandeln. "Wenn etwas Neues entsteht, soll es auch einen neuen Namen haben", betonte Vorstandsmitglied Thomas Händel.

An den kommenden Wochenenden sollen die Landesparteitage sich mit dem Bündnis befassen. Am 3. Juli wird ein Bundesparteitag über das Thema debattieren. Danach soll in einer Urabstimmung innerhalb von zwei Wochen die endgültige Entscheidung fallen.

Der WASG machte deutlich, dass sie mit der PDS auf einer Augenhöhe verhandeln wolle, obwohl die SED-Nachfolgepartei mit etwa 60.000 Mitgliedern zehn Mal so groß ist wie die Wahlalternative. Ernst sagte: "Wir wollen uns nicht nur irgendwie präsentieren, sondern mit der PDS auf ein Wahlprogramm verständigen." Von Dienstag an will man mit der PDS über den Namen des Bündnisses und das Programm verhandeln.

Der PDS-Vorstand hatte am Samstag bei nur einer Gegenstimme das Vorhaben gebilligt, die Listen ihrer Parteien bei der Neuwahl für WASG-Mitglieder zu öffnen. Ein PDS-Parteitag am 17. Juli soll in Berlin über den Zusammenschluss abstimmen.

Bei einem gemeinsamen Wahlauftritt von WASG und PDS wollen der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine und Ex-PDS-Chef Gregor Gysi als Spitzenkandidaten antreten. In der "Bild am Sonntag" kündigte Lafontaine einen "Feldzug für Arbeitslose, Arbeitnehmer und Rentner" an.