Hans-Jürgen Papier und Udo Di Fabio – die Wege der beiden Richter kreuzten sich Ende der Neunziger in München. Beide lehrten dort an der Universität und wurden Zimmernachbarn. Di Fabio erinnert sich noch gut, wie Papier irgendwann Ende 1997 an seine Tür klopfte und ihm freudestrahlend mitteilte, er habe einen Ruf nach Karlsruhe erhalten. Was niemand ahnte: Zwei Jahre später sollte Di Fabio ihm folgen.

Dort werben nun beide dafür, dass die Nationalstaaten Herren im Brüsseler Haus bleiben. Dass im Streit mit den Gerichten in Luxemburg und Straßburg möglichst oft Karlsruhe das letzte Wort behält. Und dass die Bedenken der Bürger gegen dieses schnell wachsende Europa mehr Gehör finden. So direkt würden sie das jedoch nie sagen. Aber: "Wir müssen wieder einen Gleichklang herstellen zwischen dem tatsächlichen Integrationswillen der Völker Europas und dem politischen Prozess der Integration", sagt Papier. Meint auch Di Fabio.