Jerker Virdborg:

Eis

Roman - Reclam, Leipzig 2005 - 255 S., 19,50 e

Regelrecht bombardiert worden sind wir in diesem Jahr mit Büchern und Filmen über den letzten Weltkrieg, aber wie unzulänglich sie allesamt waren, wird uns bei Lektüre dieses schmalen, novellenhaften Romans klar: In seinem literarischen Debüt beschreibt der Schwede Jerker Virdborg das Wesen jeglichen Krieges: den kalten Abgrund der Angst, die Brüchigkeit der soldatischen Allianzen, das Minenfeld des Misstrauens. Eis ist ein utopischer Thriller, der in der nahen Zukunft, in einem winterlichen, an Skandinavien erinnernden Landstrich spielt. Vier Soldaten, ausgerüstet mit Schlittschuhen, fahren aufs zugefrorene Meer hinaus. Im Schutz der Nacht sollen sie die feindliche Küste passieren. Ein Spezialauftrag. Ein Himmelfahrtskommando. Wo steht eigentlich der Feind? Wann bricht das Eis? Jerker Virdborg, Jahrgang 1971, hat eine nüchterne und poetische, brutale und hoch moralische Parabel verfasst über die Düsternisse, die durchqueren muss, wer ans Ziel gelangen will.

Clarissa Stadler:

N.

Eine kleine Utopie - Droschl, Wien 2005 - 99 S., 15,50 e