Schon wieder neue Gerüchte über Google: Zu Beginn der Wochen sickerte aus allerlei Blogs und Berichten von Brancheninsidern heraus, dass der kalifornische Suchmaschinenbetreiber in den lukrativen Markt der Online-Bezahlsysteme einsteigen will. Ein neues Produkt namens Google Wallet soll das Bezahlen für Produkte und Dienstleistungen im Internet kinderleicht machen - einfach per Klick und E-Mail. Damit will Google den Marktführer Paypal angreifen, der vom Online-Auktionshaus eBay betrieben wird.

Google-Chef Eric Schmidt selbst schwieg allerdings noch bis zum Redaktionsschluss am Dienstagabend - und offensichtlich wäre es auch nicht die beste Woche für eine solche Ankündigung gewesen. Erst am vergangenen Freitag musste die Kreditkartenfirma Mastercard International den größten Datendiebstahl ihrer Firmengeschichte eingestehen: Hacker sind in die Computer des Vertragspartners CardSystems Solutions in Atlanta eingedrungen und haben die Daten von schätzungsweise 40 Millionen Kunden gestohlen - darunter auch etliche von Visa, American Express und Discover. Schon in den Monaten zuvor brachte eine Serie von Datendiebstählen amerikanische Firmen in die Schlagzeilen - unter ihnen die Bank of America, Wachovia, die Citigroup und einige Kreditreport-Agenturen. Die Firma Paypal kämpft schon länger mit einer wachsenden Zahl Betrügern, die mit gefälschten E-Mails und Web-Seiten arglosen Benutzern erst ihre Passwörter und dann ihr Geld abjagen. Was die Skepsis gegenüber elektronisch vernetzten Bezahlsystemen erst mal kräftig erhöht hat: Sind solche Systeme nach dem heutigen Stand der Technik ausreichend abzusichern? Oder wird das massenweise Bezahlen im Internet per Paypal, Google Wallet und anderen den Betrügern Tür und Tor noch weiter öffnen?