Die Küche von Florenz, das war zu Medici-Zeiten schon mal ein gegarter Schwan, der, wieder mit seinen Federn geschmückt, auf einem See aus Wein schwamm. Zur Tradition geworden sind aber nicht die opulenten Speisen des Adels, sondern die deftigere und einfachere Küche der Bauern und Arbeiter.

Dass auch sie ein Festmahl für alle Sinne sein können - der Dicke-Bohnen-Salat mit Pecorino, die zweimal gekochte Gemüsesuppe, das Schweinesteak mit toskanischem Schwarzkohl -, setzt der Foodfotograf Jason Lowe prächtig in Szene. Und Lori de Mori singt verführerisch das Loblied der einfachen Zutaten, des salzlosen Brots, des in Walnussblättern gereiften Schafskäses, des säurearmen Olivenöls - alle toskanisch geerdet, versteht sich. Da sie auch fleißig Adressen nennt, vom Restaurant bis zu den Schöpfern der gelati artigianali, der hausgemachten Eiscremes, steht eigenen Expeditionen in das Reich der einfachen und doch so raffinierten Genüsse nichts im Wege.

Lori de Mori, Jason Lowe: Florenz. Toskanische Esskultur und Lebensart - aus dem Englischen von Natascha Afanassjew - Christian Verlag, München 2005 - 192 S., 28,- e