Später dann: Schullandheim, morgens wandern, mittags Gesang:

Wir haben Hunger, Hunger, Hunger
Haben Hunger, Hunger, Hunger
Haben Durst
Wenn wir nichts kriegen, kriegen, kriegen
Ess’mer Fliegen, Fliegen, Fliegen


…und das reimte sich so schön auf Wurst. Abends Disco, mit Lehrer. Nachts übern Flur zum andern Geschlecht, Flaschendrehen. In Wolfstein oder am Brahmsee.

War das schön!

Aber angefangen mit dem Reisen hat’s eigentlich schon früher. Übernachten üben. Einmal nicht zu Hause schlafen oder bei der Oma, sondern bei Nachbars gegenüber oder der besten Freundin. Da konnte man schon mal weinen.

Und dann, natürlich, auf der Rückbank, im Käfer, die endlose Fahrt mit den Eltern, nach Italien. Christine fuhr sogar nach Griechenland. War das schön?

Nein, mit den Eltern wegfahren, das zählt nicht, da wurde man weggefahren. Genau genommen wurde man auch bei der Klassenfahrt weggefahren, immerhin nicht von den Eltern, sondern von ziemlich coolen Busfahrern.

Richtig los ging’s erst in der achten Klasse, Schüleraustausch! Meistens nach England, wegen des Englischen. Da gab’s so Orte bei London, so Arbeitersiedlungen, da saß man dann mit 14 am Tisch bei fish ’n’ chips und bekam Pickel. Weite Welt, zwei Wochen, man ging in die Schule, das war kein Urlaub, sondern Alltag in der Fremde, schon okay.

Die Mutigsten – oder die Kinder der reichsten Eltern – brachen dann nach Amerika auf. Ein Jahr Oklahoma, oha. Wer das machte, war richtig weg. Ab und zu kamen dünne Briefe, und irgendwann kamen die Briefeschreiber wieder, etwas dicker und viel besser in Englisch.

Waren diese ersten Ausflüge nicht alle irgendwie pädagogisch? Ging es nicht immer darum, etwas zu lernen für später?

Und wenn es dann endlich so weit war: die erste Reise ohne Eltern, ohne Lehrer, ohne Geld… und manchmal sogar ohne Ziel. Ein paar Freunde, ein paar Joints, ein Zelt, Gaskocher, Raviolidosen und ein Auto, das mitten in Kopenhagen den Auspuff verliert. Das war der Knaller.